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Burgenweg Traifelberg-Marbach (Etappe 2)

Die zweite Etappe des Burgenwegs führt von Traifelberg nach Marbach an der Lauter. Interessanterweise kommt man auf diesem Streckenabschnitt an keiner Burg vorbei außer man entscheidet sich für die Variante über Schloss Lichtenstein oder hängt am Schluss noch einen Besuch von Schloss Grafeneck an.

Da ich in Honau übernachtet hatte, konnte ich beobachten, wie die letzten Regenwolken morgens abzogen und Schloss Lichtenstein direkt über dem Ort in der Morgensonne erstrahlte. Der Anblick reichte mir und ich entschied mich gegen die Variante, die nach dem Regen sicherlich rutschigen „alpinen“ Pfade zum Schloss hinaufzusteigen. Stattdessen nahm ich den Bus zurück nach Traifelberg. Ganz kurz streifte mich der Gedanke, gleich bis Engstingen durchzufahren, den ich leider verwarf.

Das Stück zwischen Traifelberg und Engstingen führt an der Bundesstraße B 312 entlang. Landschaftlich ist es auch nicht so aufregend, es sei denn man mag den weiten Blick über eine nur leicht hügelige Landschaft. Unter dem stahlblauen Himmel hatte sie durchaus ihren Reiz.

Endlos blauer Himmel über Engstingen Endlos blauer Himmel über Engstingen

In Engstingen hätte man sogar die Möglichkeit, die sehr asphalt- und schotterlastige Teilstrecke bis Offenhausen mit der Schwäbischen Alb Bahn (SAB) zurückzulegen – sofern gerade ein Zug fährt. Zu Fuß hingegen wandert man durch den Ort, am Skilift vorbei und durch den Wald. Am Waldrand befindet sich der Sternbergblick – ein Rastplatz mit Aussicht. Man folgt vorrangig dem Wanderzeichen des Burgenwegs und dort wo es fehlt, ist der rote Balken des HW 5 auch nicht falsch.

Bald darauf gelangt man ins Lautertal. Interessant dabei ist, dass die Quelle der Lauter früher zwischen Schloss Lichtenstein und Traifelberg lag, das Flusstal dann aber von der Echaz „geköpft“ wurde. Heute ist der obere Teil des Tals trocken und die Lauterquelle befindet sich im Kloster Offenhausen, dessen Gebäude zum Haupt- und Landgestüt Marbach gehören. Ein kurzer Abstecher zur idyllisch gelegenen Quelltopf lohnt sich immer.

Nach einer schönen Allee folgt ein sehr steiler Aufstieg zum Sternberg. Das Wanderheim war natürlich geschlossen, doch der Aussichtsturm ist immer zugänglich. Der Blick von oben ist herrlich, auch wenn man die Alpen nur an besonders klaren Tagen zu sehen bekommt. Über eine wunderschöne Wacholderheide gelangt man wieder hinab ins Tal.

Katzen-TV im Haupt- und Landgestüt Marbach Katzen-TV im Haupt- und Landgestüt MarbachUnterwegs hatte ich die spontane Idee, statt nach Gomadingen gleich weiter nach Marbach zu wandern. Das würde die für den nächsten Tag geplante Etappe um 2 Kilometer verkürzen und ich könnte endlich mal mit der SAB fahren, wenn auch nur die eine Station zurück. Also ging es vor der Lauter rechts statt links. Ein kleiner Abstecher ins Haupt- und Landgestüt Marbach macht immer Spaß.

Danach noch kurz die Straße weiter, dann befindet sich links der Bahnhof. Von dort hat man einen guten Blick auf Schloss Grafeneck. Für einen Besuch in der dortigen Gedenkstätte sollte man sich allerdings mehr Zeit nehmen.

Länge: 15,4 km
Dauer: 5 h
Anstieg: ca. 290 Hm

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Legende: E=Einkehr, Ü=Übernachtung, Bus/Bhf/Hbf=Haltestellen, AP=Aussichtspunkt

Überblick:
5 Tage Burgenweg

Vorige und nächste Etappen:
Burgenweg Reutlingen-Eningen – 7,5 km
Burgenweg Eningen-Traifelberg – 16,9 km (gelb)
Burgenweg Marbach-Indelhausen – 21,5 km (orange)
Burgenweg Indelhausen-Obermarchtal – 15,7 km
Burgenweg Obermarchtal-Zwiefalten – 11,7 km

Auf der Haid: Judenstein und Schaufelbuch

Auf der Haid: einst Militärstandort, jetzt Gewerbepark. Nicht unbedingt die erste Wahl für einen Sonntagsspaziergang? Trotzdem! Gleich außerhalb des kleinen, fast versteckten Industriegebiets beginnt die schöne Alblandschaft … – und ein Sperrgebiet.

Kommt man von der B 313 zum Gewerbepark Haid, so kann man gleich an seinem westlichen Rand bei den Bahngleisen parken. Hier verkehrt die Schwäbische Albbahn (SAB) und es gibt sogar eine Haltestelle „Haidkapelle“, falls jemand mit dem Zug anreisen möchte.

Von 1958 bis 1993 gab es auf der Haid einen Bundeswehr-Standort: die Eberhard-Finckh-Kaserne. Etwa einen Kilometer entfernt lag das Sondermunitionslager Golf (NATO-Lager). Hier wurden von 1967 bis 1991 nukleare Sprengköpfe für taktische Kurzstreckenraketen gelagert. In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es auf der Haid regelmäßig Ostermärsche der Friedensbewegung. Quelle: wikipedia

Nun folgt man dem Wanderzeichen Gelbe Gabel auf der Straße Finstere Birken am südlichen Rand des Gewerbeparks, bis man die Häuser hinter sich gelassen hat. An der Gabelung hält man sich links, der Waldrand befindet sich linker Hand.

Judenstein

Nach etwa 500 Metern am Waldrand entlang zweigt man links ab. Man folgt dabei stets dem Wanderzeichen Gelbe Gabel: An der ersten Gabelung hält man sich links, fast oben angekommen rechts und gleich wieder links. Der Weg führt noch kurz bergauf zum sogenannten Judenstein, einer 820 m hohen, bewaldeten Erhebung. Dort verläuft die Gemarkungsgrenze zwischen Engstingen und Hohenstein-Meidelstetten. Außerdem befindet sich links ein Sperrgebiet, das noch von der militärischen Nutzung munitionsverseucht ist. Nach der Tafel mit der Aufschrift „Judenstein“ geht es rechts bergab bis zu einem Sträßchen.

Durch den Wald: Schaufelbuch

Dort biegt man links ab und bleibt für 1,3 km auf der wenig befahrenen Verbindungsstraße zwischen Meidelstetten und Großengstingen. Nach dem Abstieg zweigt man scharf links ab (Holzschild: Pflanzschulweg). Man wandert durch den Schaufelbuch und dann an dessen Waldrand. Rechts sieht man die Häuser von Großengstingen und dahinter den Traifelberg. Nach vorne eröffnet sich der Blick über die Wälder und Höhen der Kuppenalb.

Auf der Haid

Nach einem kurzen Waldstück erreicht man ein Sträßchen, dem man nach rechts folgt. Auf einer Anhöhe steht ein imposanter Solitärbaum. An der T-Kreuzung hält man sich links, der Weg macht eine Rechtskurve und vor der Hochspannungsleitung zweigt man links auf den Schotterweg ab.

Im Dezember 2011 wurden bei einer Großrazzia im Gewerbepark Haid rund 130 Kilogramm Kokain im Wert von mehreren Millionen Euro sichergestellt. Es war der größte Kokain-Fund im Südwesten seit über 20 Jahren. Quelle: Reutlinger General-Anzeiger

Das Gewerbegebiet Haid ist schon eine Weile gut zu sehen und es ist nun nicht mehr weit bis zum Ausgangspunkt, den man nach einem Rechts-/Linksschlenker erreicht.

Länge: 8,3 km
Dauer: 2,5 h
Anstiege: ca. 190 Hm

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Wandervorschläge in der Nähe:
Spaziergang im ersten Schnee des Winters (gelb)
Versteckte Kleinode zwischen Lichtenstein und Sonnenbühl (orange)
Spaziergang beim Skilift Engstingen (lila)
Von Undingen zur Bärenhöhle und durch das Rinnental zum Kalkstein (braun)

Kaltental, Heidengraben und Römersteinfels

Bei traumhaftem Wetter begeisterte die abwechslungsreiche Wanderung von Hülben durch das Kaltental sowie über den Heidengraben und Römersteinfels zurück.

Start ist am Parkplatz beim Sportplatz Hülben, der von der Ortsdurchfahrt über die Kaltentalstraße zu erreichen ist (Beschilderung Sportgaststätte folgen). Von dort spaziert man wenige Meter zurück in Richtung Hülben und zweigt dann links ab auf den breiten Waldweg Richtung Kaltental.

Heute Mittag leuchtete die Wintersonne im oberen Bereich des Heiligenbergwegs die hellen Felsen an. Man konnte die gebankten Kalke wunderbar studieren, in denen im Frühjahr oder Herbst sicher der eine oder andere Salamander zu sehen ist. Im unteren Bereich des kurvigen Wegs liegt links der Hülbener Brunnen, von dem die Hülbener bis 1911 frisches Wasser holen mussten. Davor hatten sie keine Wasserleitung.

Gebankte Kalke sind – ganz kurz gesagt – dadurch entstanden, dass hier Tiere und Pflanzen vor Millionen von Jahren im Meer ein Riff gebaut haben. Als sie durch Klimaveränderungen abstarben, wurden sie zu einer Steinschicht auf dem Meeresboden. Es kamen immer weitere Schichten hinzu, die durch die Wassermassen darüber zusammengedrückt wurden. Diese Schichten kann man heute noch in den gebankten Kalken gut erkennen.

Kaltental

Unten im Kaltental angekommen folgt man diesem nach links leicht bergauf. Nun kommt man in eine Kernzone des Biosphärengebiets Schwäbische Alb. Der breite Weg ist einer der wenigen Wege durch die Kernzone hindurch, den Menschen heute noch benutzen dürfen.

Kernzone Biosphärengebiet Schwäbische AlbIn den Kernzonen soll die Natur den Vorrang vor dem Menschen haben, es sollen keine Eingriffe durch den Menschen stattfinden. Daher darf man die Wege nicht verlassen und (wie sonst auch in der Natur) nichts mitnehmen, nichts da lassen, nichts kaputt machen. Ein UNESCO Biosphärenreservat ist übrigens nicht einfach eine weitere Form eines Naturschutzgebietes. Es ist eine Modellregion, in der in verschiedenen Zonen erprobt werden soll, wie Mensch und Natur voneinander profitieren können, ohne sich gegenseitig zu schaden. Daher hat in den (weitaus größeren) Entwicklungszonen weiterhin der Mensch den Vorrang, die Kernzonen machen nur 3% der Gesamtfläche aus, die Pflegezonen 10%.

Heidengraben und Keltengräber

Je weiter man hinauf kommt, desto uriger wird das Tal. Besonders im Winter sind die hellen Felsen gut zu erkennen. In einer Kurve findet man den Hügelbrunnen, der 1864 von Forstrat von Hügel angelegt worden war. Bei den letzten sichtbaren Felsen quert fast unmerklich der Heidengraben, doch dazu ein andermal. Allmählich flacht der Weg ab und man kommt aus dem Wald. Noch vor der Straße wendet man sich nach links und folgt dem Radweg bis zu den keltischen Hügelgräbern beim Burrenhof.

Dort hält man sich links und auf Höhe von Tor F im Heidengraben kann man nach rechts einen kleinen Abstecher machen. Nach dem Wiesenweg überquert man vorsichtig die Straße.

Hülbener Brille

Geradeaus kommt man zur Hülbener Brille, bei der man einen schönen Blick über den Albtrauf ins Albvorland und zur Burgruine Hohenneuffen genießt. Auf gleichem Weg kehrt man zurück und biegt bei Tor F rechts ab.

Vom Radweg aus hat man – wenn man zurückschaut – an einer bestimmten Stelle noch einmal die Möglichkeit, die Brille und den Hohenneuffen hintereinander zu sehen. Bald danach zweigt man hinter einen großen, landwirtschaftlichen Gebäude links ab.

Römersteinfels

Stets geradeaus geht es zum Waldrand und leicht links versetzt in den Wald hinein. Im Prinzip geht man mit winzigen Schlenkern immer geradeaus und ignoriert alle Abzweigungen. Manchmal kann man sich am Schild „WW 8 Hülben“ orientieren. Schließlich erreicht man an der Talkante den Römersteinfels. Zwei Bänke laden zu einer Rast ein. Es ist wunderbar ruhig, man blickt nur über Wald und Hügel. Höchstens die kleinen Motorflieger des nahegelegenen Flugplatzes stören die Ruhe. Der Römersteinfels ist ein wenig bekannter Kletterfels der Schwäbischen Alb (nur Juli bis Dezember erlaubt).

Auf gleichem Weg kehrt man zurück und biegt kurz vor dem Waldrand am zweiten deutlichen Abzweig links ab. Folgt man dem Waldweg nach ein paar hundert Meter rechts aus dem Wald heraus, kommt man am Sportpark vorbei zurück zum Ausgangspunkt. Heute war sie zwar geschlossen, aber üblicherweise bietet sich noch eine Einkehr in der Sportgaststätte an, bei der es auch einen Kinderspielplatz gibt.

Länge: 9,6 km
Dauer: 3 h
Anstiege: 120 Hm im Kaltental, sonst nur leichtes Auf und Ab

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Wandervorschläge in der Nähe:
Zwei lange Täler, hinauf zum Lauereckfels und am Heidengraben entlang (gelb)
Buckleter Kapf, Höllenlöcher und Mauchental (orange)
Durch Höllenlöcher zum himmlischen Aussichtspunkt Buckleter Kapf (braun)
Rundwanderung: Hülben Segelflugplatz – Hohenneuffen und zurück (ohne GPX)
Tour 8: Heidengraben und Hohenneuffen