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Schmalegger und Rinkenburger Tobel

Die Wanderung durch das Naturschutzgebiet Schmalegger und Rinkenburger Tobel bei Ravensburg führt durch eine weitgehend sich selbst überlassene Landschaft. Die Wege sind breit und gut begehbar, der Begriff „Tobel“ etwas irreführend. Nach starken Regenfällen etwa kann es zu Astbruch, Überschwemmung oder Erdrutsch kommen.

Beginn der kleinen Wanderung ist am Parkplatz Jägerhaus westlich von Schmalegg.

Man geht bergab, überquert den Bach und macht an der Gabelung zunächst nach links einen Abstecher zum Schmalegger Wasserfall. Hier sieht die Landschaft noch am ehesten wie ein Tobel aus. Es wird deutlich, wie das Wasser sich hier in den Berg hineingearbeitet hat.

Zurück an der Gabelung hält man sich links und wandert auf dem breiten Waldweg bergauf. Es geht immer geradeaus durch den Wald. Kurz vor dem Waldrand hält man sich rechts und an der darauf folgenden Gabelung steigt man rechts bergab zum Feuertobelbach.

Im Tal wendet man sich wieder nach rechts und folgt gut 2 km dem Weg am Glastobelbach entlang. Es ist allerdings einfach ein Waldweg am Bach entlang, kein richtiger Tobel. Es gibt einen Steg über den Bach und daneben eine Furt, beides leider nicht so richtig kinderwagentauglich – im Gegensatz zum Rest des Wegs.

Bei der Burgmühle überquert man den Schwarzensteg und biegt nach ein paar Metern Anstieg gleich nach dem Hof rechts ab. Ein steiler Weg führt hinauf zum Schloßbüchl, einem Hügel, auf dem einst die Burg Schmalegg stand – Sitz des welfischen, später staufischen Geschlechts.

Noch ein letzter kurzer Anstieg und man ist wieder in Schmalegg. Statt nun einfach der Schloßhalde zu folgen, kann man zwischen den Hausnummern 42 und 44 nach links einem Schild mit Engel folgen und durch das Engeleloch gehen.

Wieder oben folgt man der Wolfsbergtraße nach rechts, die in die Schloßhalde mündet. Links kommt man zum Ausgangspunkt der Tour zurück.

Länge: 7 km
Dauer: ca. 2,5 h
Hm: 160 Hm

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Kloster-Baustelle Campus Galli 2017

Zwischen Alb und Oberschwaben, bei Meßkirch, läuft seit 2012 unter dem Namen Campus Galli ein einzigartiges Projekt: der Bau einer karolingischen Klosterstadt nach dem Klosterplan von St. Gallen.

Der Klosterplan wurde vor über 1200 Jahren von Mönchen auf der Bodensee-Insel Reichenau entworfen, aber nie gebaut – bis jetzt.

Das Projekt ist auf 40 Jahre angelegt. Momentan findet man im Campus Galli viele kleine Holzhütten und -häuser, in denen verschiedene Handwerker arbeiten und ihre Arbeit den Besuchern vorstellen.

Dies sind die Vorarbeiten zum Aufbau eines Klosterbauwerks aus Stein. Aktuell steht eine kleine Holzkirche beim Marktplatz, wo Besuchern ganz authentisch Met und Minztee statt Kaffee angeboten wird.

Außer den Handwerkern gibt es in der Anlage auch Tiere zu sehen. Ein schöner Kräutergarten ist schon angelegt, der Gemüsegarten soll erst noch entstehen.

Da sich quasi täglich etwas ändert, lohnt es sich den Campus Galli öfter zu besuchen und die Entwicklung mitzuverfolgen.

Länge: 2 – 3 km
Dauer: beliebig
Anstiege: keine

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Wandervorschläge in der Nähe: (Karte auszoomen)
Premiumweg Schmeiental und Fürstenhöhe (orange)
Bittelschießer Täle und Ruine Hornstein (gelb)
Fürstlicher Park Inzigkofen (braun)
Federsee-Rundweg (blau)
Auf dem Donau-Zollernalb-Weg von Hausen nach Laiz (lila)
Tour 15: Ittenhausen bei Nacht

Oberschwäbische Barockkirchen

Wer an Oberschwaben denkt, sollte konsequenterweise auch an Oberschwäbische Barockkirchen denken. Zwischen Donau und Bodensee findet man zahllose Beispiele barocker Baukunst in Dorfkirchen, Klosterbibliotheken und Schlössern.

Eine gute Möglichkeit, Oberschwäbische Barockkirchen zu besichtigen, bietet sich entlang der Oberschwäbischen Barockstraße. Diese 500 Kilometer lange Ferienstraße wurde 1966 ins Leben gerufen. Sie führt von Ulm durch das Donautal nach Riedlingen und weiter über Bad Schussenried an den Bodensee. Von dort geht es über das württembergische Allgäu und Biberach zurück nach Ulm. Dazu gibt es diverse Erweiterungsrouten.

Wir haben uns bei unserem Wochenende in Oberschwaben auf zwei oberschwäbische Barockkirchen beschränkt.

Dorfkirche Steinhausen

Oberschwäbische Barockkirchen: die Dorfkirche in SteinhausenZuerst besuchten wir die „schönste Dorfkirche der Welt“, die Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau und Pfarrkirche St. Peter und Paul in Steinhausen (Bad Schussenried). Sie wurde von 1728 bis 1733 erbaut und gilt als „Hauptwerk der Wessobrunner Schule wie auch als eines der größten Meisterwerke des frühen Rokoko“ (wikipedia). Einmalig ist die Architektur der Wallfahrtskirche, die einerseits eine ovale Form aufweist und andererseits auf ein von Wandpfeilern getragenes Kirchenschiff reduziert ist.

Zwiefalter Münster

Eine sonst übliche, nicht ovale einschiffige Wandpfeilerkirche (Vorarlberger Münsterschema) ist hingegen das Zwiefalter Münster, das ebenfalls eines der bedeutendsten Bauwerke des Spätbarocks deutscher Prägung ist und zwischen 1739 und 1785 erbaut wurde. Das Peterstor, durch welches man den Hof vor dem Münster betritt, gilt als das Tor nach Oberschwaben (von der Schwäbischen Alb kommend).

Oberschwäbische Barockkirchen: Zwiefalter MünsterVon früher war mir diese Kirche immer besonders hell in Erinnerung. Doch im Vergleich zur Steinhauser Wallfahrtskirche kam sie mir nun fast etwas düster vor. Vielleicht lag es am (Weih-)Rauch, der noch in der Luft hing. Dunkles Rot, Gold und Weiß herrschen hier vor im Gegensatz zu Blau, Weiß und Gold. Sehr beeindruckend sind alle Barockbauwerke rund um Oberschwaben: bunte Fresken, Engelchen und Marmorsäulen, einzigartige Stuckaturen und üppige Goldverzierungen lassen die Augen übergehen.

Weitere Barockkirchen

Eine Alternative Route bietet sich bei der Fahrt durch das Donautal von Kloster Beuron über Sigmaringen und Ehingen nach Ulm – und wer noch weiter mag – bis Neresheim auf der Ostalb. Die Abtei Neresheim gehört zur Beuroner Benediktinerkongregation und ist für mich eine der beeindruckendsten Barockkirchen überhaupt. Sie wurde 1747 – 1792 nach Plänen von Balthasar Neumann erbaut. Die sieben Kuppelfresken des Tirolers Martin Knoller zählen zu den wichtigsten des späten Barock. Es handelt sich dabei um illusionistisch gemalte Säulen und Bögen, die einen perspektivischen Eindruck erzeugen. Auch wer sich sonst nicht sehr für Architektur oder Kirchenkunst interessiert, wird hier staunen!

Interessante Links:
Oberschwäbische Barockstraße (wikipedia)
Oberschwäbischer Jakobsweg (wikipedia)
www.oberschwaebische-barockstrasse.de (private, umfangreiche Webseite mit Karte)
Oberschwaben Tourismus