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Buchtipp: Als der Mensch die Kunst erfand

Sechs Eiszeithöhlen der Schwäbischen Alb wurden 2017 zum Weltkulturerbe ernannt, da sie wichtige Schauplätze zu jener Zeit waren, als der Mensch die Kunst erfand. Die Funde aus diesen Höhlen gelten als die ältesten figürlichen Kunstwerke der Welt. Hierzu bietet der illustrierte Band ausführliche Informationen aus erster Hand.

Detailreich erfährt der Leser, wie die Höhlen während der Eiszeit entstanden und woher vermutlich die Menschen ins Gebiet der heutigen Schwäbischen Alb kamen, welche uns so spannende kleine Kunstwerke und Musikinstrumente hinterlassen haben.

Die einzelnen Höhlen werden ebenso vorgestellt, wie deren interessanteste Funde: das Wildpferdchen aus der Vogelherdhöhle, der Löwenmensch aus dem Hohlenstein-Stadel, die sogenannte Venus vom Hohle Fels oder die Flöte aus dem Geißenklösterle.

Faszinierende Bilder ergänzen die Texte über Grabungsgeschichte und -techniken, über das Zusammensetzen von Puzzleteilchen, über die Frage, ob man aus der Existenz eines Mischwesens wie dem Löwenmenschen die Schlussfolgerung ziehen kann, dass sich vor gut 40000 Jahren mit der Kunst auch eine Art Mystik oder Ansätze von Religion entwickelten.

Buchtipp: Als der Mensch die Kunst erfand - Eiszeithöhlen der Schwäbischen Alb

Vor mehr als 40.000 Jahren breitete sich der moderne Mensch nach Europa aus. Funde, die sich dem Homo sapiens zuordnen lassen, machte man auch auf der Schwäbischen Alb, vor allem in Höhlen in Ach- und Lonetal, die Weltkulturerbe werden sollen. Hier hat man die weltweit ältesten Nachweise mobiler Kunst entdeckt. Berühmt sind die Venus vom Hohle Fels als älteste Darstellung eines Menschen (einer Frau!) und der Löwenmensch aus der Stadel-Höhle, ein Mischwesen aus Mensch und Löwe. Kunstvolle kleine Plastiken aus Mammutelfenbein bilden die eiszeitliche Tierwelt ab – Mammut, Wisent, Pferd, Höhlenlöwe und Höhlenbär, einen Wasservogel im Flug. Gefunden hat man außerdem die bislang weltweit ältesten Musikinstrumente: Flöten aus Mammutelfenbein und Vogelknochen. Was erzählen uns die Funde über die Menschen und ihre Lebensweise? Nicholas J. Conard und Claus-Joachim Kind, beide Archäologen und Grabungsleiter, entführen den Leser in die eiszeitliche Welt, zeigen und erklären die großartigen Funde.

Mit einem Grußwort von Winfried Kretschmann und Vorworten von Bernd Engler und Claus Wolf

Conard, Nicholas J. / Kind, Claus-Joachim
Als der Mensch die Kunst erfand
Eiszeithöhlen der Schwäbischen Alb
39,95 €
192 S. mit etwa 160 farb. Abb. und 4 Kt.
Glossar und Bibliogr.
24 x 28 cm
geb. mit SU.
Theiss, Darmstadt, 2017.

Kloster-Baustelle Campus Galli 2017

Zwischen Alb und Oberschwaben, bei Meßkirch, läuft seit 2012 unter dem Namen Campus Galli ein einzigartiges Projekt: der Bau einer karolingischen Klosterstadt nach dem Klosterplan von St. Gallen.

Der Klosterplan wurde vor über 1200 Jahren von Mönchen auf der Bodensee-Insel Reichenau entworfen, aber nie gebaut – bis jetzt.

Das Projekt ist auf 40 Jahre angelegt. Momentan findet man im Campus Galli viele kleine Holzhütten und -häuser, in denen verschiedene Handwerker arbeiten und ihre Arbeit den Besuchern vorstellen.

Dies sind die Vorarbeiten zum Aufbau eines Klosterbauwerks aus Stein. Aktuell steht eine kleine Holzkirche beim Marktplatz, wo Besuchern ganz authentisch Met und Minztee statt Kaffee angeboten wird.

Außer den Handwerkern gibt es in der Anlage auch Tiere zu sehen. Ein schöner Kräutergarten ist schon angelegt, der Gemüsegarten soll erst noch entstehen.

Da sich quasi täglich etwas ändert, lohnt es sich den Campus Galli öfter zu besuchen und die Entwicklung mitzuverfolgen.

Länge: 2 – 3 km
Dauer: beliebig
Anstiege: keine

Download albtips-de-Campus-Galli-2017.gpx (.zip)


Wandervorschläge in der Nähe: (Karte auszoomen)
Premiumweg Schmeiental und Fürstenhöhe (orange)
Bittelschießer Täle und Ruine Hornstein (gelb)
Fürstlicher Park Inzigkofen (braun)
Federsee-Rundweg (blau)
Auf dem Donau-Zollernalb-Weg von Hausen nach Laiz (lila)
Tour 15: Ittenhausen bei Nacht

Weltkulturerbe Pfahlbauten Unteruhldingen

Ein Besuch am Bodensee – etwa bei den Pfahlbauten in Unteruhldingen – lohnt sich immer. Insbesondere wenn man ohnehin schon auf der südlichen Alb bzw. im Oberen Donautal ist. Schwäbische Meer statt Schwäbischer Alb.

Nach einem kurzen Rundgang durch eine virtuelle Welt unter und über Wasser im Archäorama gelangt man ins Freie. Je nach Besucherandrang gibt es unterschiedliche Arten von Führungen oder man kann die Stege und Pfahlbauten nach einer Einführung selbst erkunden.

Das Pfahlbaumuseum ist ein archäologisches Freilichtmuseum, in welchem man Funde und das Leben in der Stein- und Bronzezeit (5000-500 v. Chr.) entdecken kann. Seit 2011 sind die Prähistorischen Pfahlbauten rund um die Alpen (111 Fundstellen in Slowenien, Italien, Frankreich, Schweiz, Österreich und Deutschland) als UNESCO Weltkulturerbe anerkannt.

Wer es ruhiger mag, sollte gleich morgens kommen. Der Parkplatz ist ca. 700 m vom Eingang entfernt, liegt direkt an der B31 und ist dort als Parkplatz zum See ausgeschildert. Dort befindet sich auch die Touristeninfo.
Weitere Infos findet man auf pfahlbauten.de.