Ostwärts festhängende RegenwolkenEs hörte einfach nicht auf zu regnen.
Am 1. Juni 2013 sollte laut Wetterbericht der Regen eigentlich im Laufe des Tages nach Osten abziehen. Doch die Wolken hingen so tief, dass sie im Bereich der Landkreise Tübingen und Reutlingen am Albtrauf festhingen und dort noch den ganzen Tag und die folgende Nacht abregneten.
Erst am Sonntag früh dann schien die Sonne vom blauen Himmel, als wäre nichts gewesen.
Fotos vom 1. Juni 2013
Das spannende Naturschauspiel am Uracher Wasserfall hätte sehr schnell auch zu dramatischen Situationen führen können.
Überall in den Landkreisen Reutlingen, Tübingen, Esslingen und im Zollernalbkreis rutschten kleinere und große Erdmassen an den Albtraufhängen ab. Häuser mussten zeitweise geräumt werden, wie etwa bei Öschingen:
Sogar oben auf der sonst so trockenen Alb lief das Flüsschen Lauchert über und überschwemmte Veringenstadt. Schon oberhalb des Lauchertzuflusses Erpf – im eigentlich trockenen Rinnental – floß nun ein breiter Fluss, wie man in diesem Video sehen kann.
Allein die Idee, nicht nur für die Alpen oder weit entfernte Ziele Mehrtagestouren vorzuschlagen, kann man nicht genug loben. Gerade die Schwäbische Alb oder der Schwarzwald sind so groß und durchgängig spannend, dass man dort tagelang in die wunderbaren Landschaften eintauchen kann. Aber auch der Schönbuch – Waldgebiet des Jahres 2014 – lässt sich so bei mehr als nur einem Spaziergang erkunden.
Die vier Tourenvorschläge für Hüttentouren über die Alb verlaufen zumeist auf Albvereinswegen oder auf den gut ausgeschilderten, neuen Premiumwanderwegen und führen zu den schönsten Plätzen der Ost-, West- und Mittleren Alb sowie ins Donaudurchbruchstal. Die Wegbeschreibungen der 20 bis 30 km langen Tagesetappen bleiben so auf das Nötigste reduziert. Jeweils am ersten und letzten Tag der Dreitagestouren ist die Etappe etwas kürzer, um der An- und Abreise Zeit zu einzuräumen.
Bei jeder Tour gibt es Informationen zu den vorgeschlagenen Hütten, zur Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und zum passenden Kartenmaterial (meist im etwas groben Maßstab 1:50000).
Auf 14 Dreitagestouren durchquert man mit diesem Wanderführer von Hütte zu Hütte die schönsten Regionen Baden-Württembergs: Schwarzwald, Allgäu und den Schwäbisch-Fränkischen Wald, Bodensee, Odenwald und Schwäbische Alb. Gemütliche Wanderheime bieten dabei nicht nur preisgünstige Übernachtungsmöglichkeiten, sondern verbinden die Naturerfahrung unterwegs wieder mit den Wurzeln des Wanderns: Geselligkeit – Einfachheit – Ursprünglichkeit.
Philipp Sauer, Matthias Berndt Hüttentouren
Wochenend-Wanderungen in Baden-Württemberg
192 Seiten
17,90 €
ISBN 978-3-8425-1303-7
Eine der schönsten und beliebtesten Landschaften der Schwäbischen Alb findet man rund um die Lochen: Ein kurzer, knackiger Anstieg, dann ein Spaziergang über eine blühende Wiese und allmählich schweift der Blick zum Felsen mit dem Gipfelkreuz, davor das Albvorland, noch weiter weg die Höhenzüge des Schwarzwalds. Dann rechts die Burg Hohenzollern, die auf einem Bergkegel thront.
Ein Schauer zieht von Westen über den Lochen hinweg
Vom Lochen-Parkplatz geht man ein paar Schritte auf dem Zufahrtssträßchen zurück und steigt auf dem schmalen, steilen und felsigen Pfad hinauf in Richtung Lochenstein.
Man folgt dabei im ersten Teil dieser kleinen Runde stets dem sehr gut ausgeschilderten Donau-Zollernalb-Weg (Wanderzeichen: grün-blauer Kreis auf weißem Grund), der von der kleinen Erhebung mit dem markanten Felsen samt Gipfelkreuzsehr steil hinab führt. Knöchelhohe Wanderstiefel sollten es schon sein und WENN man Wanderstöcke mit sich führt, sollte man deren Einsatz auch vorher geübt haben, denn sonst werden sie eher zum Problem als dass sie helfen.
Von der Senke aus nimmt man den rechten Weg, der am Waldrand und durch eine Wacholderheide bergauf führt. Bei der Kreuzung hält man sich rechts, kurz darauf links weiter bergauf, wieder über eine Wacholderheide. Schließlich erreicht man den Waldrand. Gleich dahinter befindet sich der Albtrauf mit beeindruckenden Felsspalten, genannt Gespaltener Fels (999,8 m).
Man wendet sich nach links und orientiert sich stets am Albtrauf des Schafberg, der Hang fällt nach rechts steil ab. Hier ist man zwar nicht mit den Füßen, aber immerhin mit dem Kopf auf über 1000 Höhenmeter – weshalb die Gegend inoffiziell zur Region der Zehn Tausender gehört.
Bald kommt man zu einem Aussichtspunkt, genannt Hoher Fels (996,5 m). Man blickt hinüber zum Plettenberg und weiter bis zum Schwarzwald. Nur noch ein kurzes Stück folgt man dem Donau-Zollernalb-Weg leicht bergab am Albtrauf, bis man nach links der Beschilderung Lochen (direkt) folgt.
Fotos vom 3. Oktober 2007
Der breite Schotterweg führt zurück zu der schon vom Herweg bekannten Kreuzung. Ein wunderschöner Blick gleitet am steil aufragenden Fels Lochen vorbei zur Burg Hohenzollern. Jemand hat einen Strandkorb aufgestellt und fast wirkt der entfernte, bläulich schimmernde Albtrauf wie das Meer, dessen Wellen an die Steilküste branden.
Auf bekanntem Weg steigt man hinab, nimmt dann aber den direkten Weg unter der Allee zum Parkplatz zurück.
Länge: 4 km
Dauer: 1 – 1,5 h
sehr steiler An- und Abstieg am Lochenstein