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Böllat, Ruine Schalksburg, Felsenmeer, Muliweg & Heersberg – ein Traufgang

Spannende, schöne und beeindruckende Erlebnisse bietet der „Traufgang“ Felsenmeersteig mit den Highlights Ruine Schalksburg, Felsenmeer und Heersberg. Er ist als schwer eingestuft, allerdings sind es vor allem zwei kürzere Stellen – das Felsenmeer und der Pfad von Margrethausen hinauf zum Heersberg – die schwierig zu gehen und bei Nässe sehr rutschig sind. Der Großteil der Wanderung jedoch ist angenehm zu gehen und sehr lohnenswert. Für das Felsenmeer gibt es eine ausgeschilderte Umgehung und auch für den Weg zum Heersberg gibt es Alternativen, die aber leider nicht Teil des Traufgangs sind.

In den Traufgang Felsenmeersteig kann man rundherum an verschiedenen Stellen einsteigen. Der offiziell vorgeschlagene Startpunkt ist am Wanderparkplatz am nördlichen Ortsrand von Albstadt-Burgfelden (912 m ü. NN).

Der Weg ist in beide Richtungen ausgeschildert, so dass es mehr oder weniger egal ist, in welche Richtung man startet. Wer allerdings nicht am Ende zwei, sondern nur einen langen Anstieg bewältigen möchte, startet am besten in Richtung Böllat (920 m ü. NN). Dazu entfernt man sich erst einmal vom Ort, um dann parallel zum ersten Wegstück am Albtrauf entlang zu diesem schönen Aussichtspunkt über die Westalb zu gelangen.

Von dort geht es noch ein Stück weiter an der Albkante entlang, dann am südlichen Ortsrand von Burgfelden hinab ins Wannental (780 m ü. NN) und danach gleich wieder hinauf. Man kann diesen Teil der Wanderung auch auslassen (nach dem Felsabbruch im April 2012 war dieser Abschnitt ohnehin bis vor Kurzem gesperrt). Man kann nämlich auch durch den Ort und über einen schönen Gratweg (min. 865 m ü. NN) der Beschilderung direkt zur Ruine Schalksburg folgen. Dabei würde man allerdings den Mammutbaum und einen Hof mit vielen Tieren verpassen – ideal, falls man mit Kindern wandert.

Auf einem Ausliegerberg liegt die Ruine Schalksburg (910 m ü. NN). Um das bewaldete Bergplateu herum führt ein kleiner Rundkurs, der zu mehreren schönen Aussichtspunkten mit Blick auf das Albvorland, auf das Eyachtal sowie auf das Gebiet um den Traufgang Hossinger Leiter und schließlich zum Aussichtsturm führt.

Anschließend geht es stetig bergab, immer weiter durch den Wald (min. 780 m ü. NN), als einziges Highlight steht am Wegesrand eine gemütliche (falls trockene) Holzliege – leider ohne nennenswerte Aussicht. Und doch kann man hier am Wegesrand kleine Besonderheiten finden, so z.B. Enzian im Herbst.

Nach einer ganzen Weile geht es links steil bergauf zu dem Teil der Tour, der ihr den Namen gab: zum Felsenmeer (890 m ü. NN). Eine Umgehung dieser auf einem kurzen Wegstück schwierigen Stelle ist ausgeschildert. Wer genug Zeit und Lust hat, kann auch hinaufgehen, sich den Großteil des Felsenmeeres ansehen, dann wieder hinunter und die Umgehung nutzen. Oder man wählt die kurze Variante und geht vom Felsenmeer aus auf kürzerem Weg zurück nach Burgfelden. Der Weg durch das Felsenmeer ist zunächst gut zu gehen. Man sollte etwas Zeit einplanen, um sich alles anschauen zu können. Erst wenn man über die einst herabgestürzten Felsbrocken steigen muss, wird der Pfad schwierig. Wenn Laub liegt, muss man besonders aufpassen, wo man hintritt. Der Pfad hinab zum breiteren Waldweg ist vor allem bei Nässe ebenfalls nicht ohne, bergauf wäre er sicherlich einfacher zu gehen.

Ein breiter Weg führt nach einer Weile aus dem Wald heraus, man blickt über Hangwiesen ins Tal. Über diese Wiesen gelangt man auf einem schmalen Pfad hinab bis zur Eyach (680 m ü. NN). Ein Holzschild weist auf den Namen des Wiesenpfades hin: Muliweg.

„Der Muliweg wurde von der vierten Enziandivision der Gebirgsjäger, welche auf dem Heuberg stationiert war, für Kriegsübungen genutzt. Die Division wurde dann in den Kaukasus geschickt. Der Weg wird von Hinterbliebenen gepflegt. Es ist kein offizieller Wanderweg, kann aber auf eigene Gefahr bewandert werden.“
Quelle: Schwäbischer Albverein Ortsgruppe Lautlingen

„In den Jahren 1940/1941 wurden in der Umgebung deutsche Gebirgsjäger der 4. Gebirgsdivision (Enzian-Division) aufgestellt. Ein Teilstück des Wanderweges von Lautlingen auf den Heersberg wird noch heute Muliweg genannt, weil die Gebirgsjäger während ihrer Ausbildung fast jeden Tag mit ihren Mulis diesen steilen Albaufstieg benutzen mussten. Ein Gedenkstein auf dem Hochplateau erinnert an den Muliweg und die Enzian-Division.“
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Heersberg

Am Flüsschen Eyach entlang gelangt man an den Rand von Margretshausen (690 m ü. NN), wo es gleich wieder links hinauf geht. Teils über Treppen, teils auf sehr schmalen Serpentinenpfaden erklimmt man den Albtrauf und auch wenn man die Hangkante mit einigen schönen Aussichtspunkten erreicht hat, geht es immer noch ein bisschen weiter bergauf.

Erst auf dem Heersberg (964 m ü. NN) erreicht man den höchsten Punkt der Wanderung. Von dieser weitläufigen Wacholderheide aus blickt man weit ins Land und den der Alb vorgelagerten Zeugenberg, auf dem die Ruine Schalksburg liegt.

Nun geht es leicht bergab, nochmals ein Stück an der Albkante entlang und schließlich durch Burgfelden (912 m ü. NN) hindurch zum Ausgangspunkt zurück.

Länge: 17 km
Dauer: 6 h
An-/Abstiege: 590 Hm
Hinweis: nur mit guten Wanderstiefeln sowie etwas Kondition und Erfahrung

Download albtips-de-Traufgang-Felsenmeersteig.gpx (.zip)


Wandervorschläge in der Nähe:
Felsenmeer und Muliweg (gelb)
„Premiumwanderweg“ ausprobiert: Hossinger Leiter bei Albstadt-Laufen (orange)
Von Tieringen zum Hörnle und zum Lochen (braun)

Versteckte Kleinode zwischen Lichtenstein und Sonnenbühl

Auch jenseits der großen Highlights der Schwäbischen Alb gibt es viel zu entdecken. Diese kleine Runde führt durch ein vielfältiges Naturschutzgebiet mit Wald und typischer Wacholderheide und zu einem geologisch sehr interessanten Ort mit einer Wetterstation an einem Ort mit extremen klimatischen Bedingungen. Die Wanderung bzw. die Etappenziele sind nicht ausgeschildert. Man sollte also Karte, Beschreibung und/oder GPS zusätzlich zu Rate ziehen.

An der L230 zwischen Engstingen und Genkingen gibt es zwischen der Fußgängerbrücke und dem Abzweig zum Schloss Lichtenstein auf der rechten Seite einen Wanderparkplatz. Dort beginnt diese kleine Wanderung. Vom Parkplatz führen ein paar Treppenstufen zu einem Fußweg, dort geht man rechts auf Schotter und Asphalt. Bei Überquerung der Fußgängerbrücke sollte man einen Blick auf das Felsgestein werfen, das durch den Straßenbau hier freigelegt worden ist. Die Alb ist auf kargem Fels gebaut, nur dünn ist die Erdschicht.

Nach der Brücke geht es geradeaus weiter in den Wald, dann durch eine Rechtskurve, über eine Freifläche, wieder durch den Wald und dann geradeaus über eine Wacholderheide. Dies alles gehört zum Naturschutzgebiet Gereuthau. Es gibt hier besonders viele, sehr alte Weidebäume. Meist sind sie mehrstämmig, was darauf hinweist, dass sie von Schafen mehrfach angeknabbert wurden. Vor dem Waldrand geht es rechts, ein Stück über die Wiese, dann durch den Wald und wieder über die Wiese.

Der Wiesenweg trifft auf einen Feldweg, dem man man rechts folgt. Direkt nach Waldeintritt biegt man nach links ab und folgt dem Schotterweg durch den Wald. Nach einer leichten Rechtskurve nimmt man an einer Gabelung den rechten Weg, der leicht bergan führt. An einer Waldwege-Kreuzung erreicht man den höchsten Punkt. Dort geht man ein paar Schritte rechts und dann halblinks bergab auf einen leicht zugewachsenen Weg, der auf keiner Karte eingezeichnet ist.

Unten erreicht man einen Schotterweg an einem Knick, wo man sich nach links wendet. Nach ca. 200m zweigt man rechts auf einen Wiesenweg ab. Nun wandert man durch die Doline Weidenwang, eine geologisch sehr interessante Erscheinung. Es handelt sich um eine sog. Karstwanne mit mehreren Dolinen.

Man streift hier ein Ende eines besonderen Themenweges, den Klimaweg Sonnenalb, auf dem man sehr viel über geologische und klimatische Besonderheiten der Alb lernen kann. Besonders schön ist der Picknickplatz an der Wetterstation. Es gibt sogar Pavillions, die vor zu viel Sonne oder Regen schützen. Den Eintrag ins Gästebuch nicht vergessen!

Von der Wetterstation aus geht man zurück zum Wiesenweg, dort rechts und kurz danach auf den Waldweg ebenfalls nach rechts. Dieser ist anfangs leicht überwachsen. Man überquert einen geschotterten Waldweg, passiert einen alten Grenzstein und biegt auf den nächsten Waldweg links ab. Nach einer Rechtskurve geht es ein Stück geradeaus. Auch dort, wo der Weg erneut eine Rechtskurve macht, geht man geradaus weiter auf einen überwachsenen Waldweg, der bergab führt.

Der wilde Weg geht in eine leichte Rechtskurve und stets durch den Wald bergab. Man trifft auf einen besseren Weg, dem man nach rechts und gleich durch eine Linkskurve folgt, bis man aus dem Wald herauskommt. Man überquert den Schotterweg und nimmt den Wiesenweg, der nach links schräg über die Freifläche nach oben führt.

Nach einem sehr kurzen Waldstück durchquert man den unteren Teil des NSG Greuthau. Auf der Wacholderheide gibt es je nach Jahreszeit viele schöne Blüten zu bewundern. Durch den Wald kommt man zurück zur Fußgängerbrücke und ab hier erreicht man auf gleichem Weg den Ausgangspunkt.

Länge: ca. 8 km
Dauer: ca. 2,5 h
Anstiege: minimal

» Download albtips-de-Greuthau-Weidenwang.gpx (.zip)


Wandervorschlag in der Nähe:

» Auf dem Sonnenweg steil hinauf zu den Traifelbergfelsen, dann über das Naturschutzgebiet Greuthau und Schloss Lichtenstein zurück nach Honau