Archiv der Kategorie: Reutlingen

4-Tagesritt zu Albbüffeln und Wacholderschafen – Ein Bericht

Vier Tage raus aus allem. Abschalten, Eintauchen, Genießen. Nur wenige Kilometer von zu Hause entfernt beginnt die andere Welt, wo man im Takt der Hufe Ruhe und Erholung findet und die Frühlingslandschaften in sich aufsaugen kann.

Wir starteten am Donnerstag früh bei Mehrstetten. Das Wetter war noch etwas unentschieden und die Regenklamotten mussten mit – aber wir brauchten sie die meiste Zeit doch nicht.

Auch wenn immer von der Albhochfläche die Rede ist, wir durchquerten am ersten Tag mehrere Täler, darunter das Große Lautertal bei Buttenhausen. Steil hinauf trugen uns die Pferde bis unter den Schachen, wo es das erste leckere Picknick gab.

Nachmittags leuchteten die Wiesen besonders stark, der Himmel in die eine Richtung blau, in die andere schwarz. Kurz vor unserem Ziel, dem Heidäcker Hof bei Ödenwaldstetten, erwischte uns das Gewitter mit Hagel und Starkregen. Nun weiß ich, wozu ein Reithelm außerdem noch gut sein kann. Die Pferde blieben aber ganz ruhig, nichts Natürliches kann sie schrecken.

Den Test haben manche Regenklamotten besser bestanden als andere, aber bald schien schon wieder die Sonne und wärmte uns. Auf dem Hof erwartete uns bald die Albbüffelherde der Hohensteiner Hofkäserei. Nachdem die Pferde versorgt und die Menschen getrocknet waren, gab es Raclette von einem großen Leib Albkäse mit leckerem Bauernbrot und Kartoffeln.

Die Nacht verbrachten wir in den Radwanderhäuschen des Hofes. Die Technobeats vom Bockbierfest aus dem Zelt ein paar Äcker weiter konnten uns nicht lange vom Schlafen abhalten. Auch nicht die immer wieder auftretenden Starkregenschauer.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen begannen wir die zweite Etappe des Wanderritts, die uns nach Pfronstetten zur Schäferei Fauser führen sollte. Es war ein herrlicher Tag, der gegen Abend immer sonniger wurde. Die Landschaft kam diesmal der Bezeichnung Albhochfläche schon näher: es ging vorbei an grüngelben Frühlingswiesen und durch abwechslungsreiche Wälder.

Bei der Schäferei rauchte schon das Lagerfeuer, auf dem später die Lammkoteletts gegrillt werden sollten. Aber zunächst gab es erfrischende Getränke und frisches Gras – je nach Geschmack. Die Pferde konnten es kaum erwarten, sich auf der Koppel zu wälzen, aber am schnellsten war das Muli.

Wir bezogen unser Heuhotel und besichtigten die Schäferkarren, die den Gästen ebenfalls für Übernachtungen zur Verfügung stehen. Schäferromantik? In gewissem Sinne bestimmt.
Das Wetter war auch abends noch so schön, dass wir unser Abendessen draußen mit Blick auf die Koppel und die anderen Tiere des Hofes genießen konnten. Interessant war das Zusammentreffen der kleinen Eselherde mit den Pferden und dem Maultier über die Zäune hinweg. Lange starrten sie sich an, während wir uns Schäfergeschichten anhörten.

Die Nacht war kurz, denn der Sonnenaufgang schien schön zu werden. Also nichts wie raus und Fotos machen. Zwei Stunden lang genoss ich die ruhige Morgenstimmung. Dabei fiel mir auf, dass die aufgehende rote Sonne direkt in die offene Tür des einzigen bewohnten Schäferkarrens hineinschien. Also doch ein wenig Romantik.

Nach dem Frühstück begann die längste Tour der vier Tage. Zunächst folgten wir dem Phänopfad, wo man verschiedenen Phänomenen auf den Grund gehen kann. Dieses Tal zog sich fast endlos, immer tiefer hinab ging es und danach bergauf, vorbei an Orchideenwiesen bis nach Hayingen und wieder hinab bis ins Lautertal bei Anhausen, wo es schon autofrei ist. Ein Stück folgten wir dem Verlauf der Lauter, um dann durch ein enges, ein wenig zugewachsenes Tal hinauf zu reiten. Dort gab es dann das wohlverdiente Picknick am Waldrand.

Weiter ritten wir auf teils abenteuerlichen Wegen, mal fast zugewachsen, mal mit querliegenden Baumstämmen, die umgangen werden mussten. Die Pferde nahmen es gelassen, für sie ist das Alltag und nichts Besonderes. Das Wetter war wieder wunderbar und als wir schließlich in Dächingen ankamen, durften die Pferde erst einmal den Dorfbrunnen halb leer trinken. Nur noch ein paar Meter waren es dann bis zur Wanderreitstation, wo die Pferde wieder auf die Koppel konnten.

Wir übernachteten diesmal ganz bequem in der Krone, wo das Essen mindestens ein paar Sterne verdient. Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht begann der letzte Tag unserer Tour. Durch die abwechslungsreiche Landschaft mit Wiesen, Wäldern, Tälern und Höhen wanderten wir der Heimat der Pferde entgegen, nicht ohne nochmals ein leckeres Albpicknick zu genießen. Von der südlichen Alb her türmte sich eine große Gewitterfront auf, die uns aber nicht erreichte. Wir beschlossen diesen herrlichen Ritt bei schönstem Wetter.

» Wanderreiten auf der Schwäbischen Alb (mitpferdenaufdemweg.de)

Streckenwanderung: Holzelfingen – Greifenstein – Stahleck – Übersberg – Ursulaberg – Pfullingen (Reutlingen)

Diese Wanderung bietet viele schöne Aussichtspunkte vom Albtrauf über dem Echaztal.

Fotos vom 8. September 2013

Start ist in Holzelfingen, immer dem HW5 am Albtrauf folgen. Man kommt an verschiedenen Felsen und Burgruinen vorbei: Von der Ruine Greifenstein hat man einen schönen Blick ins Echaztal und hinüber zu Schloss Lichtenstein. Vom Eckfelsen kann man schon den Wollenfels am Ursulahochberg sehen, an dem man später noch vorbeikommt. Weiter über die Ruine Stahleck (von der nur noch der Burggraben erkennbar ist), Göllesberg bis kurz vor das Segelfluggelände Übersberg. Hier verlassen wir den HW5.

Vorbei Segelfluggelände Übersberg, dann weiter zum Übersberger Hof (Einkehr), möglicher Abstecher zum Mädlesfels nur ein knapper Kilometer, sehr schöne Aussicht auf Eningen und die Achalm. Vom Übersberger Hof führt links ein Weg mit Wegzeichen blaues Dreieck steil hinab durch den Wald und stößt bald auf die asphaltierte Steige.

Panoramablick vom Mädlesfels nach Westen Panoramablick vom Mädlesfels nach Westen

Auf der Fahrstraße geht man wenige Schritte geradeaus und zweigt links auf den breiteren Waldweg ab. Dem Wanderzeichen Blaues Dreieck folgend spaziert man sanft bergab bis zum Immenbergsättele und weiter zur Elisenhütte. Nach links überquert man das Sträßchen und bleibt dabei weiter auf dem Wanderweg. An der Ernsthütte (2014 leider abgebrannt) samt Aussichtspunkt geht es geradeaus vorbei.

Der Albtrauf befindet sich eine ganze Weile links des Pfads, bis ein breiter Schotterweg steil nach unten weiter führt. Nach einer Links- und einer Rechtskehre erreicht man das Waldcafé. Nach dem Parkplatz wendet man sich nach links unten. Auf der Kiessteige gelangt man ins Zentrum von Pfullingen. Dort kann man den WasserErlebnisPfad Echaz bis zur Stadtgrenze Reutlingens nehmen.

Fotos vom 1. Mai 2009

Länge: 16 km bis Pfullingen (20 km bis Reutlingen)
Dauer: ca. 5-6 Stunden
Anstiege: stetiges Auf und Ab, zum Schluss längerer Abstieg

Download albtips-de-holzelfingen-greifenstein-uebersberg.gpx (.zip)


Ähnliche Wandervorschläge:
Auf dem Burgenweg zum Mädlesfels, zum Übersberg und zum Immenberg (gelb)
Ein Steingarten, blühende Wiesen, vergessene Treppen und eine Skischanze (orange)
WasserErlebnisPfad Echaz in Pfullingen (braun)
Auf dem Pfullinger Sagenweg (ohne GPX)
Tour 5: Von den Traifelbergfelsen zum Mädlesfels