Diese kurze Runde weit oberhalb von Bad Urach findet man in dem kleinen Wanderbüchlein mit 40 Touren oder in der App von Mythos Schwäbische Alb.
Sie ist durchgängig – auch vor Ort – mit der Nr. 30 bezeichnet. Besonders schön ist der Blick vom Feldherrenhügel hinüber zur Ruine Hohenurach. Es geht teils zwischen Feldern über die freie Hochfläche, teils durch den Wald zu den Schafweiden Ulmer Eberstetten und Pfähler Eberstetten.
Wandern wie auf dem Deich – ohne Wasser aber mit Blütenmeer
Diese Rundwanderung führt durch ein langes Seitental bei Bad Urach zum einsam gelegenen Lauereckfels, weiter über den Heidengraben und schließlich durch eine Kernzone hinab zum idyllisch gelegenen Kaltentalsee.
Los geht es beim Wanderparkplatz (ca. 500 m ü. NN) an der L211 zwischen Bad Urach und Grabenstetten gegenüber dem Pfählhof. Man überquert die Straße und folgt dem Asphaltweg bis zum Waldrand und geradeaus weiter das Mariental hinauf. Links das Bächlein ist derzeit fast ausgetrocknet.
Kurz nach dem Kohlteichweiher verlässt man den breiten, links abzweigenden Waldweg und geht geradeaus auf einen schmalen Pfad (Holzschild Lauereckfels). Nach ca. 100 m geht es links herum und dann in Serpentinen hinauf zum Lauereckfels (651 m ü. NN). Hinter dem Fels wandert man weiter durch den Wald.
Gipfelbuch am LauereckfelsAm Waldrand wendet man sich nach rechts auf den Schotterweg und genießt herrlich weite Blicke über die Albhochfläche bis es nicht mehr weiter geradeaus geht. Dort dann rechts hinab, wo man den Heidengraben zunächst einmal quert (Infotafel).
Bei der nächsten Gelegenheit – kurz vor Grabenstetten – zweigt man wieder links ab. Nun nähert man sich dem Heidengraben von der anderen Seite. Hat man den Wall erreicht, steigt man mitten hinauf und wandert auf ihm wie auf einer Deichkrone. Momentan ist es besonders schön, auf dem schmalen Pfad durch das Blütenmeer zu streifen. Man findet hier auch die Schilder des Wanderwegs Fleggaronde, der auf 24 km die Flecken Grabenstetten, Erkenbrechtsweiler und Hülben mit einem sagenhaften Gesamthöhenunterschied von 50 m verbindet.
Auf Höhe des kleinen Wanderparkplatzes Heidengraben steigt man vom Wall herab und geht links des keltischen Befestigungsrings weiter, dann erneut hindurch, links an einem Acker entlang bis zum gegenüberliegenden Waldrand und dort rechts bis zur K6759. Noch vor der Straße wendet man sich nach links und nach wenigen Metern erneut links in den Wald hinab.
Bald trifft man auf beeindruckende Felsformationen und auf ein Hinweisschild zur Kernzone Kaltental. Bis weit hinunter ins Tal wandert man also durch eine besonders geschützte Landschaft.
In den Kernzonen soll die Natur den Vorrang vor dem Menschen haben, es sollen keine Eingriffe durch den Menschen stattfinden. Daher darf man die Wege nicht verlassen und (wie sonst auch in der Natur) nichts mitnehmen, nichts da lassen, nichts kaputt machen. Ein UNESCO Biosphärenreservat ist übrigens nicht einfach eine weitere Form eines Naturschutzgebietes. Es ist eine Modellregion, in der in verschiedenen Zonen erprobt werden soll, wie Mensch und Natur voneinander profitieren können, ohne sich gegenseitig zu schaden. Daher hat in den (weitaus größeren) Entwicklungszonen weiterhin der Mensch den Vorrang, die Kernzonen machen nur 3% der Gesamtfläche aus, die Pflegezonen 10%.
Dort, wo von rechts der Fahrradweg von Hülben herunter kommt, kann man auf die rechte Talseite wechseln. Der breite Weg dort ist ruhiger und weniger ausgebaut. Beim Kaltentalsee kommen beide Wege wieder zusammen. Sollte man während der Dämmerung am See sein, so kann man vielleicht einen Bergmolch sehen oder die seltsamen Geräusche der Wasservögel belauschen.
An einer Weggabelung, wo man die Wahl zwischen drei Wegen hat, wählt man den linken, der über Wiesen und am Pfählhof vorbei zurück zum Ausgangspunkt führt.
Länge: ca. 11 km
Dauer: ca. 4 h
Anstieg: sanft durch das Mariental, steil zum Lauereckfels
Es war genug Zeit, zunächst die Ruine einmal in der Dunkelheit zu erkunden und auf die Lichter im Tal zu schauen. Besonders hell leuchtete der Stuttgarter Flughafen.
Anfangs zeigte sich der Himmel noch wenig bewölkt. Der momentan besonders erdnahe Vollmond war gerade aufgegangen. Nur die hellsten Sterne waren zu sehen. Durch das extra aufgestellte Teleskop konnten wir die Sichel der Venus und die Ringe des Saturn beobachten. Wenn beide auch recht klein wirkten, so ist es doch ein ganz anderes Erlebnis diese Planeten direkt betrachten zu können und nicht nur z.B. in einem Planetarium oder auf Fotos.
Das Projekt Sternenpark Schwäbische Alb setzt sich dafür ein, dass der in klaren, dunklen Nächten besonders beeindruckende Sternenhimmel über der Alb auch weiterhin erlebt werden kann und die „Lichtverschmutzung“ nicht weiter zunimmt. Ein wichtiger Aspekt dabei ist eine warmweiße Straßenbeleuchtung, die das Licht nicht nach oben abstrahlt. Dadurch sollen weniger Insekten angezogen, Zugvögel weniger gestört und natürlich auch Energie gespart werden. Details sind direkt beim Projekt Sternenpark Schwäbische Alb nachzulesen.
Das Projekt plant weitere Nachtausflüge z.B. auf den ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen, wo es kaum Streulicht gibt und man bei entsprechendem Wetter einen wunderbaren Sternenhimmel erleben kann. Die Termine werden auf deren Website bekanntgegeben. (albträufler + birki)