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Buchtipp: MM-Wandern Schwäbische Alb

Nun hat endlich auch der für seine hervorragenden Reiseführer bei Individualtouristen hoch angesehende Michael Müller Verlag die Schwäbische Alb als Wanderparadies entdeckt und einen neuen Wanderführer aus der Reihe MM-Wandern Schwäbische Alb herausgebracht! Für mich war das längst überfällig, ist die weitläufige Alb doch ein Traumziel für Individualisten.

Autorin Bettina Forst führt die Leser auf 36 sehr unterschiedlichen Touren zwischen fünf und 20 Kilometern zu einigen der schönsten Ecken des Mittelgebirges Schwäbische Alb. Vom Donautal im Südwesten bis ins Nördlinger Ries im Nordosten stellt sie sowohl weniger bekannte Wanderziele als auch Premiumwanderwege teils mit interessanten kleinen Abweichungen vor. Ein paar der Wandervorschläge eignen sich wohl nur für Liebhaber, die um des Wanderns willen unterwegs sind, denn das Phänomen „Abstecher“ bzw. „Gleicher Hin- und Rückweg“ lässt sich mitlaufenden Wandermuffeln oft nur schwer vermitteln.

Ausführliche Einleitungskapitel zu Wetter, Geologie, Pflanzen- und Tierwelt sowie Ausrüstung, Notfallnummern und Tourplanung stimmen auf das Wandergebiet ein. Auch sonst lässt die Aufmachung des MM-Wanderführers wie gewohnt keine Wünsche offen. Es ist an alles gedacht von Detailkarten und Höhenprofilen, Hinweisen zum Schwierigkeitsgrad, zu besonders kinderfreundlichen Touren mit Spielplätzen, zu Länge, Markierung, Einkehr- und Anfahrtmöglichkeiten bis hin zu Downloadmöglichkeiten der GPS-Tracks bzw. der speziellen MM-Wandern App. Besonders schön ist die ausklappbare Karte mit einer Übersicht aller Touren. 108 Farbfotos machen zudem große Lust, den Wanderrucksack sofort zu packen.

MM-Wandern Schwäbische AlbBettina Forst begleitet Sie in diesem Band auf den vielgestaltigen UNESCO-Geopark im Südwesten der Republik zwischen Stuttgart und Donau, Schwarzwald und Nördlinger Ries.

Seit Jahrmillionen arbeiten Zeit und Natur am karstigen, etwa 200 km langen Höhenzug. Sie gestalteten liebliche und wilde Flussläufe wie das obere Donautal, das Lautertal oder das Eselsburger Tal, aber auch Felskulissen und Karstquellen wie den legendären Blautopf oder den Fils-Ursprung. Und wie nebenbei entstanden Trockentäler, wunderbare Höhlenwelten, Asteroidenkrater und mächtige Zeugenberge.

Auf den Wacholderheiden und zwischen den Burgruinen und stolzen Schlössern wie der Burg Hohenzollern unterwegs zu sein, macht sowohl Familien als auch Sportlichen Spaß, zumal bei der beliebten Wanderführerin die Einkehr niemals zu kurz kommt.

Bettina Forst
Wanderführer MM-Wandern Schwäbische Alb
Michael Müller Verlag
244 Seiten, 1. Auflage 2016, farbig
14,90 EUR
ISBN 978-3-89953-983-7

Warme Quellen Algershofen (Donauschleife)

Ein schöner Sonntagsspaziergang von der Frauenbergkirche bei Munderkingen zum Donauschleifen-Ausflugsziel Warme Quellen Algershofen.

Vom Parkplatz direkt bei der Frauenbergkirche zwischen Untermarchtal und Munderkingen aus geht man den asphaltierten Weg hinter der Kirche hinunter, vorbei am Kreuz mit dem vergoldeten Gekreuzigten. An der Kreuzung nach 330 Metern biegt man scharf rechts ab.

Wasser, Quellen, Brunnen

Kurz darauf erreicht man am Waldrand linker Hand ein Naturdenkmal: einen alten Baum auf einem Kalksteinfelsen. Wer hier links einen Abstecher in den Wald macht, findet die versteckte Venturenquelle, deren Wasser direkt in die Donau fließt.

Der weitere Weg führt leicht links unter dem Bahndamm hindurch und parallel zum Algershofer Bach zum Ortsrand von Algershofen. Dort spaziert man ein paar Meter nach links und wendet sich darauf nach rechts auf einen Feldweg, der in einer weiten Rechtskurve um den Ort herum führt.

Warme Quellen Algershofen

Auf der Westseite des Ortes findet man ein Gewässer: Warme Quellen mit ganzjährig 16°C lauwarmem Wasser. Das Phänomen ist sicherlich im Winter interessanter, wenn das Wasser dampft, oder im Sommer, wenn die Seerosen blühen. Dennoch ist es ein netter Ort, mit einem Badehäuschen, mit Schilf und mit einer Infotafel.

Nach den Warmen Quellen zweigt man rechts ab. Es geht kurz bergauf, zwischen zwei Bauernhöfen hindurch und auf dem Sträßchen nach links. Knapp 500 Meter bleibt man auf der Zufahrtstraße, auf der man ab und zu mit Autoverkehr rechnen muss. Direkt hinter der Brücke über die Bahngleise biegt man rechts auf den Feldweg und kurz darauf links ab.

Frauenbergkirche und Schlangensage

Ein kurzer Anstieg führt zurück zur Frauenbergkirche auf dem Brunnenberg. Es lohnt sich, die kleine Barockkirche auch von innen zu besichtigen.

Man beachte das Gemälde gleich links vom Eingang: Es erzählt von einer bizarren Gechichte, der Schlangensage, der zufolge eine Frau aus dem Brunnen getrunken hatte. „Die Rond von Munderkingen“ wirkte schwanger, aber der Sage nach trug sie 62 kleine Schlangen aus. Als man den Brunnen leer schöpfe, fand man eine große Schlange. Man vermutet, dass die Sage im Zuge der Christianisierung entstanden war.

Länge: 3,7 km
Dauer: 1 h
Anstiege: minimal

Download albtips-de-Algershofen-WarmeQuellen.gpx (.zip)

 

Wandervorschläge in der Nähe: (Karte auszoomen)
Zw. Donau, Lauter und Hochberg (gelb)
Von Schloss Mochental durch Bach-, Tiefen- und Wolfstal zur Märzenbecherblüte (orange)

Ostersuche in der Olgahöhle

Tuffstein in der Olgahöhle Tuffstein in der OlgahöhleAb Ostersonntag wieder Führungen durch die Lichtensteiner Unterwelt – ein Höhlenerlebnis für Groß und Klein!

Die Honauer Olgahöhle ist Deutschlands größte Kalktuffhöhle. Sie liegt im Echaztal direkt unterhalb von Württembergs Märchenschloss Lichtenstein.
Am Ostersonntag, 27. März 2016, und danach jeden ersten Sonntag im Monat ist sie bis Oktober für Besucher geöffnet. Führungen finden jeweils von 11– 17 Uhr statt.

Regen an Ostern, die Ostereiersuche im Freien fällt ins Wasser? Kein Problem! Schon vor 140 Jahren ließ der Höhlenentdecker Johann Ziegler die Honauer Kinder bei schlechtem Wetter in der Olgahöhle nach Ostereiern suchen. Die wünschten sich natürlich fortan Regen zu Ostern!

Diese alte Tradition haben Höhlenführer vom Albverein Honau und von der Höhlenforschungsgruppe Pfullingen letztes Jahr wiederbelebt. Mit großem Erfolg: Unter den rund 300 Besuchern am Ostersonntag 2015 waren 80 Kinder, die mit viel Vergnügen die Verstecke des Osterhasen aufspürten. Auch dieses Jahr können sich Kinder, die rechtzeitig in der Höhle vorbeischauen, auf die Suche machen.

Erwachsene können ein einzigartiges geologisches Kleinod entdecken: Wie ist die Olgahöhle entstanden und wie wurde sie gefunden? Was hat sie mit dem Uracher Wasserfall oder mit Schloss Lichtenstein zu tun? Der Rätsel Lösung erfährt man bei einer Runde durch die gut begehbare Schauhöhle.

Der Albverein Honau feiert 2016 zudem sein 125-jähriges Bestehen. 1891 wurde die Ortsgruppe gegründet, deren erster Vertrauensmann 39 Jahre lang Höhlenentdecker Johann Ziegler war. Die Jubiläumsfeier mit Grußworten, mit der Ehrung von Jubilaren sowie mit Einlagen der Honauer Zwiebelbäuch und einer Mundartband findet am Tag vor dem traditionellen Olgahöhlefest (Fronleichnam, 26. Mai) statt.

Über das Jahr werden wie gewohnt Wanderungen und Ausflüge angeboten. Weitere Aufgaben der Ortsgruppe Honau bestehen neben der Betreuung der Olgahöhle zusammen mit der Höhlenforschungsgruppe Pfullingen aus Pflegemaßnahmen im Naturschutzgebiet Greuthau sowie der Wartung der Wanderwege in den steilen Hanglagen des Echaztales.

Ex-Bahnhof Honau und Schloss Lichtenstein Ex-Bahnhof Honau und Schloss LichtensteinRund um die Olgahöhle
Wer aus der Olgahöhle kommt, sollte den Albtrauf hinaufschauen. Hoch oben sitzt Schloss Lichtenstein auf einem Felsen. Über Wanderwege oder per Auto ist es gut zu erreichen.

In Honau selbst sind außerdem das kleine Hauff-Museum, der alte Honauer Bahnhof und natürlich sehr gute Gastronomie in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Ein kurzer Spaziergang führt zur Echazquelle und ins Tobeltal.

Genug Möglichkeiten für einen schönen, abwechslungsreichen Sonntagsausflug!

Preisliste Olgahöhle 2016
Erwachsene: € 3,00 (SAV: € 2,50)
Kinder ab 6 Jahre: € 1,50
Familienkarte: € 7,00
Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt!