Über die Wacholderheide, durch das Tiefental und zur Sontheimer Höhle

Wer immer noch nicht genug vom Schnee hat, kann in eines der vielen Täler der Schwäbischen Alb wandern gehen. Das Tiefental bei Heroldstatt-Sontheim windet sich in vielen Kurven auf 11 km bis nach Blaubeuren. So weit ging die heutige Tour aber nicht.

Los geht’s beim Parkplatz 1 oberhalb der Sontheimer Höhle. Von der „Parkbucht“ zweigt ein Waldweg ab, er quert ein Sträßchen, dann folgt man auf Wiesenwegen geradeaus dem Wegzeichen Roter Balken. Der Blick schweift über die Wacholderheide hinüber nach Sontheim.

Beim Sträßchen geht es links hinab und bei der Gabelung links. Nachdem man an der Kläranlage vorbei ist, zweigt man nach links ins Tiefental ab. Man folgt dem gewundenen Talweg zunächst an der felsigen Wacholderheide entlang, dann durch den Wald.

Es gibt zwei beschilderte Abzweigungen links hinauf zur Sontheimer Höhle, die man nutzen kann, wenn man eine kleinere Runde drehen möchte. Danach folgt eine unbeschilderte Abzweigung halblinks gemäßigt bergauf. Bald schon ist man hoch über dem Tiefental.

Nach einer Linkskurve bei Erreichen der Höhe geht man an der folgenden Kreuzung im Wald erneut nach links und bleibt stets auf diesem breiten Waldweg. Nach einer ganzen Weile kommt man zu einer Gabelung. Dort wendet man sich nach links hinab. Kurz nachdem man den betonierten Eingang zur Kohlhaldenhöhle passiert hat, ist man schon bei der Sontheimer Höhle samt Höhlenrasthaus (Einkehr). Der steile Asphaltweg führt hinauf zum Ausgangspunkt.

Dauer: ca. 2 h
Länge: ca. 6,5 km
Anstiege: langgezogener Anstieg aus dem Tiefental

» Download albtips-de-Tiefental-Sontheim.gpx (.zip)


Wandervorschlag in der Nähe (kombinierbar):
Von der Sontheimer Höhle durch das Tiefental und seine Seitentäler (gelb)
Radtour: Laichinger Tiefenhöhle – Sontheimer Höhle – Tiefental – Blautopf (rot)

[Fundstücke] Faszinierende Tropfsteine in der Kohlhaldenhöhle

Die Kohlhaldenhöhle kann nur während des Höhlenfestes jeweils am Pfingstsonntag besichtigt werden. Auf einer kleinen Fläche von ca. 16 x 16 m befinden sich unzählige Tropfsteine. Nebenan befindet sich die Sontheimer Höhle, die von Mai bis Oktober an Wochenenden geöffnet ist.

Kohlhaldenhöhle bei Heroldstatt-Sontheim Kohlhaldenhöhle bei Heroldstatt-Sontheim

Buchtipp: Hunger ist der beste Koch

Ein Kochbuch mit geschichtlichem Hintergrundwissen oder ein Geschichtsbuch gespickt mit Rezepten? Beides passt nicht so ganz auf „Hunger ist der beste Koch“.

Kultur und Küche sind immer eng miteinander verwoben und dies wird in keinem anderen Buch über das Leben auf der Schwäbischen Alb so deutlich wie in diesem.

Anfängerwissen („Warum rauhe Alb?“ oder „Mehr Steine gab’s als Brot.“) wird ebenfalls vermittelt wie Informationen aus Anekdoten („Manche Kühe dulden keine Männer.“) und Zeitdokumenten („Der übergroße Arbeitstrieb der Frauen“).

Wie unter den ärmlichen Lebensbedingungen in den besonders kargen Gebieten der Schwäbischen Alb – genauer gesagt rund um Laichingen – die alten, einfachen Rezepte entstanden, das versteht man mit jedem Kapitel und mit jedem Foto besser.

Ganz nebenbei lernt oder erinnert man viele schwäbische Wörter, denn in den Rezeptbeschreibungen geht es immer wieder hin und her zwischen Hochdeutsch (ja genau, Hochdeutsch!) und Schwäbisch.

Das Buch ist nicht zuletzt hochaktuell. Es zeigt Wege auf, wie man z.B. altes Brot oder Essensreste, die heutzutage oft einfach nur weggeworfen werden, für diese traditionsreichen Rezepte verwenden kann. Am Ende stimmt es vielleicht wirklich: Hunger ist der beste Koch.

Hunger ist der beste KochGudrun Mangold hat sich auf die Suche nach den uralten Rezepten begeben. Die mündlich überlieferten oder in handgeschriebenen Kochbüchern aufgespürten Rezepte spiegeln die Not wider und zeigen, wie man ihr begegnet ist – nicht zuletzt mit einer kräftigen Portion Sarkasmus.

Die oft mit wohlklingenden Namen versehenen Gerichte wie Goldschnitta, Kiachla und Gnepfla hat Gudrun Mangold in sorgsam recherchierte Geschichte und Geschichten eingebettet. So umfasst beispielsweise das Brotbacken auch das Holz- und Reisigmachen im Wald, alte Rituale wie das Auslosen der Backzeiten und dass man im Backhaus auch ein noch so zähes Suppenhuhn weichkochen konnte – es durfte sich bloß nicht um die Zinshenne für den König handeln. […]

Gudrun Mangold: Hunger ist der beste Koch.
Karge Zeiten auf der rauen Alb – Rezepte und Geschichten.
160 Seiten, 91 Abbildungen, fester Einband, Euro 19,90.
ISBN 3-87407-525-7.
Erschienen im Silberburg-Verlag, Tübingen.

Draußen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb: Wandern, Radfahren, Wanderreiten …