Buchtipp: Unsere Schwäbische Alb – Eine Liebeserklärung

Eine Liebeserklärung, das ist etwas Subjektives. Sie spricht von dem, was ein Mensch für das Schönste und Beste hält. Und so subjektiv ist die Auswahl der Themen in diesem Buch. Es behandelt nicht nur die Natur der Schwäbischen Alb, sondern auch die Menschen, was sie geschaffen und geschafft haben, was sie bewegt und was sie bewegen.

Von der Westalb über die Mittlere Alb zur Ostalb zeichnen beispielhafte Landschaften, Kulturangebote, Sportarten, Bauwerke oder Traditionen ein deutliches Bild, in dem sich Einheimische wiederfinden können und das Auswärtigen (hoffentlich) eine differenziertere Meinung ermöglichen als nur „rauh, karg, langweilig“.

Sehr frei wiedergegeben beschäftigen sich die Autoren mit solchen Fragen:

Warum sollte ein moderner Mensch, der in kürzester Zeit die Alpen erreichen kann, auf der Schwäbischen Alb Ski fahren wollen? Weil er selbst dort seine ersten Ski ausprobiert hat, dort unzählige Male aus dem Schlepplift gefallen ist und vielleicht sein erstes Skirennen gewonnen hat.

Warum sollte jemand auf der Donau paddeln wollen, wenn er in weit entfernten Ländern wilde Bäche hinunterrauschen könnte? Weil er vergessen hat, wie unglaublich schön der Donaudurchbruch ist.

Und warum sollte man sich mit den vielfältigen Kulturangeboten rund um die Schwäbische Alb befassen? Nicht nur weil hier die ältesten Kunstwerke der Menschheit gefunden wurden und der höchste Kirchturm der Welt in den Himmel wächst, sondern auch, weil schier unendlich viele kleine und große Attraktionen von Menschen in ehrenamtlicher Arbeit für Besucher hergerichtet werden.

Unsere Schwäbische Alb – Eine LiebeserklärungDie Schwäbische Alb ist vielfältig. Die Alb ist lebendig. Die Alb ist wunderschön. Die Älbler sind pfiffig, sie haben Ideen, sie sind schöpferisch. Die ältesten Kunstwerke der Menschheit stammen ebenso von hier wie die kreativsten schwäbischen Köpfe der Gegenwart. Firmen mit Weltruf sind auf der Alb so selbstverständlich wie Spitzenköche. Blumen in allen Farben auf den Sommerwiesen gehören hierher wie grasende Lämmer und natürlich Schlösser und Burgen aus allen Epochen. […]

Adrian Zielcke, Wilhelm Mierendorf
Unsere Schwäbische Alb – Eine Liebeserklärung
Mit Fotografien von Wilhelm Mierendorf
Buch, 120 Seiten, 96 Farbfotografien, fester Einband, 19,90 €
ISBN 978-3-8425-1229-0

Wiesen, Felsen, Traufkanten rund um Mädlesfels, Übersberg und Urselberg

Jede Runde bietet Möglichkeiten neue Wege auszuprobieren. Ein paralleler Weg weiter unten, durchs Tal statt am Waldrand entlang oder mal unter dem Albtrauf statt an der Kante wandern. Schon ändern sich die Perspektiven, die Ausblicke und das Erlebnis.

Diese Runde ist eine Mischung aus den beiden folgenden Touren:
Auf dem Burgenweg zum Mädlesfels, zum Übersberg und zum Immenberg
Ein Steingarten, blühende Wiesen, vergessene Treppen und eine Skischanze

Es ging vom Grill- und Spielplatz am Elisenweg zwischen Pfullingen und Übersberg hinauf zum Mädlesfels – heute vorbei an der Schillerlinde, den Feuchtgebieten an der Wolfsgrube, durch das Tal statt am Waldrand entlang bis zur Eninger Variante des Burgenwegs.

Blick vom Mädlesfels nach Westen Richtung Onderhos und Roßberg Blick vom Mädlesfels nach Westen Richtung Onderhos und Roßberg

Nach dem Regenschauer im Wald kam am Mädlesfels wieder ein wenig die Sonne heraus. Nach einem Abstecher zum Übersberger Segelfluggelände wollten die Wanderstiefel hinab zum Immenberg.

Der bekannte Weg unter der Baumallee ist immer wieder schön, man genießt vom Immenberg eine wunderbare weite Sicht auf die Albtraufhänge rundherum. Ab hier wandert man auf freigegebenen Wegen durch eine Kernzone bzw. eine Pflegezone des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Kernzone Biosphärengebiet Schwäbische AlbIn den Kernzonen soll die Natur den Vorrang vor dem Menschen haben, es sollen keine Eingriffe durch den Menschen stattfinden. Daher darf man die Wege nicht verlassen und (wie sonst auch in der Natur) nichts mitnehmen, nichts da lassen, nichts kaputt machen. Ein UNESCO Biosphärenreservat ist übrigens nicht einfach eine weitere Form eines Naturschutzgebietes. Es ist eine Modellregion, in der in verschiedenen Zonen erprobt werden soll, wie Mensch und Natur voneinander profitieren können, ohne sich gegenseitig zu schaden. Daher hat in den (weitaus größeren) Entwicklungszonen weiterhin der Mensch den Vorrang, die Kernzonen machen nur 3% der Gesamtfläche aus, die Pflegezonen 10%.

Statt weiter dem Burgenweg zu folgen, ging es hinab Richtung Unterhausen und durch das Naturschutzgebiet Kugelberg zum Pflanzenschutzgebiet bei der Frauenhalde. Oberhalb von Streuobstwiesen führte der Weg zum Ausgangspunkt zurück.

Ragwurz

KäferfrühlingLänge:
ca. 14 km

Dauer:
ca. 5 h

Anstieg:
ca. 300 Höhenmeter am Stück zum Mädlesfels

Höhenunterschied insgesamt:
ca. 530 m auf/ab

Am nördlichen Albtrauf: TrÜp, Heidengraben, Traufkante und Talspinne

Fünf Tage Anfang Mai – in wunderbarer Landschaft, mit netter Begleitung und mit echtem Aprilwetter: Diesige Sonne, Nebel, Nieselregen und Wolken.

 

Das eigentlich Spannende waren die neu entdeckten Wege und Landschaften in einer eigentlich bekannten Gegend. Es gibt so viele kleine und große Seitentäler auf der Alb und am Albtrauf, dass man immer noch etwas Neues erkunden kann – auch und gerade, wenn man den Truppenübungsplatz und die Kernzonen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb umgehen muss.

1. Mai - einmal im Jahr ist die Hütte besetztStart des Wanderritts zum Nordrand der Schwäbischen Alb war bei Mehrstetten. Vorbei an Wacholderheiden, durch lange gewundene Täler überschritten wir die Landkreisgrenze von Reutlingen zum Alb-Donau-Kreis. Über die Albochfläche ging es weiter in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen bis nach Feldstetten zur Wanderreitstation Lindenhof. Die Unterkünfte für Pferde, Mulis und Menschen waren schon vorbereitet und wir konnten die Abendsonne genießen. Von den Möglichkeiten zu grillen oder in eine der beiden Gaststätten zu gehen, wählten wir das Hotel Post (Biosphärengastgeber).

Am nächsten Morgen hingen schon die Weckle an der Tür. Draußen schien die Sonne. Nach dem gemütlichen Frühstück stand Putzen und Satteln an, das Gepäck wurde zur nächsten Station gefahren und dann ging es los. Von Feldstetten aus ritten wir zwischen dem Rand des ehemaligen Truppenübungsplatzes (von Einheimischen passenderweise Schießplatz genannt) und der B28 auf Feld- und Waldwegen. Überraschung! Ein Taleinschnitt sperrte sämtliche Geräusche der Straße aus, nur auf der Panzerringstraße fuhren ab und zu große Test-LKWs. Den Nachmittag bestimmte der Ritt auf der Grabenstetter Halbinsel: am Heidengraben und am Albtrauf vorbei gelangten wir schließlich zum Burrenhof. Wieder genossen wir die Abendsonne, bis die Mini-Shettys für unsere Reittiere Platz gemacht hatten. Einfache, gute schwäbische Küche inklusive einem vegetarischen Gericht stand auf der Karte und wir ließen es uns schmecken.

Keltengräber im Nebel (Burrenhof)Dicker Nebel lag morgens über der Landschaft, nur die Keltengräber und ein paar Bäume waren zu erkennen. Nach Frühstück und Vorbereitungen ritten wir am Heidengraben entlang zurück, spazierten durch Grabenstetten und folgten dann einem Weg knapp unterhalb der Traufkante durch viele Taleinschnitte der Uracher Talspinne. Vorbei an Hengen und Wittlingen gelangten wir unter leichtem Nieselregen nach Seeburg. Noch ein kurzer, steiler Aufstieg und wir hatten die nächste Wanderreitstation im Hofgut Uhenfels erreicht. Schnell konnten wir ins Trockene und wurden auf Stallzimmer und Gästezimmer verteilt. Das von unseren Gastgebern vorbereitete Abendessen gab es ebenfalls dort – mit einer erwähnenswerten Spezialität: In Butter und frischen Gewürzen angebratene Rote-Beete-Maultaschen. Einmalig gut.

Die Wiesen waren noch nass, der Himmel bewölkt, aber der Tag begann trocken. Nach einem wohltuenden längeren Fußmarsch ritten wir auf dem „Grünen Weg“ durch das Seeburger Tal. Von dort erklommen wir mit und dank unseren Reittieren erneut den Albtrauf, wo wir dann gemütlich über die Kuppenalb ritten. Nachmittags konnten wir von den Rutschenfelsen aus den Blick über den Runden Berg, die Ruine Hohenurach bis hin zur weit entfernt liegenden Ruine Hohenneuffen genießen.

Blick vom Birkenhof bei Gächingen Richtung Süden Blick vom Birkenhof bei Gächingen Richtung Süden

Halb reitend, halb wandernd kamen wir an Bleichstetten und Gächingen vorbei, bis wir schließlich den Birkenhof erreichten, wo man einen wunderbaren Blick über die Alb hinweg nach Süden hat. Auch dort wurden wir lecker bekocht: ganz klassisch schwäbisch mit Maultaschen in der Brühe samt Kartoffelsalat.

Am fünften und letzten Tag führte uns der aussichtsreiche Wanderritt an Rietheim, Münsingen und der Fauserhöhe vorbei bis zu unserem Picknickplatz in der Sonne.

Kaffeetrinken an der KoppelApfelstetten ließen wir rechts liegen, führten die Pferde und Mulis einen steilen Weg hinab, umgingen einen querliegenden Baum, überquerten die Bundesstraße und kamen schließlich zurück zum Wanderreitbetrieb im Kohl bei Mehrstetten.

Der Rest der Herde freute sich über die Rückkehr. Ungeduldig warteten sie, bis sie alle gemeinsam auf die Koppel durften und Wiedersehen feiern. Entsprechend ausgiebig fiel das Wälzen und Herumspringen aus. Die Sonne schien und bei einer gemütlichen Tasse Kaffee beschlossen wir unseren 5-Tage-Ritt neben der Koppel.

Draußen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb: Wandern, Radfahren, Wanderreiten …