Federsee-Rundweg (Oberschwaben)

Der Federsee-Rundweg führt von Bad Buchau aus durch eine spannende Moorlandschaft. Der Federsee gilt als eines der bedeutendsten grundwassergespeisten Moorgebiete Süddeutschlands. Der heute 33 km² große, nacheiszeitliche See war einst noch größer (50 km²). Durch Entwässerungsversuche wurde er zunächst kleiner, doch Landwirtschaft war trotzdem nicht möglich. Daraufhin hat man die nun sumpfige Umgebung des Sees renaturiert und zum Naturschutzgebiet gemacht.

Wackelwäldle

Vom kostenlosen Parkplatz im Teuchelweg bei der Adelindis-Therme in Bad Buchau spaziert man durch den Kurgarten zunächst zum Wackelwald. Auf einem 600 Meter langen Rundweg kann man den extrem weichen Boden spüren und den Wald wackeln lassen. Infotafeln informieren über das Phänomen.

Federsee-Rundweg

Vom Wackelwald aus kehrt man zum Hauptweg zurück und hält sich dort links. Nun wandert man stets geradeaus und folgt den Schildern des Federsee-Rundweg. Ein langer (bei Nässe rutschiger) Bohlenweg führt durch den Bannwald Staudacher bis zum Örtchen Moosburg. Gerade bei feuchtem, nebligem Wetter breitet sich eine ganz besondere Stimmung aus.

In Moosburg (das Dorfcafe war leider geschlossen) geht es rechts wieder in die feuchten Wiesen, die nur einmal im Jahr gemäht werden. Von einem See ist hier nichts zu sehen. Man kann nur das Becken erkennen, welches der See einst ausgefüllt hat, als er noch größer war.

Durch die Häuseransammlung Brackenhofen und parallel zur Kreisstraße K 7554 kommt man nach Alleshausen. Kurz nach Brackenhofen ist ein Aussichtspunkt ausgeschildert, den wir aber ausgelassen haben. Erst danach merkten wir, dass wir uns damit ein Stück Kreisstraße gespart hätten.

Vor Alleshausen wendet man sich nach rechts. Die hellblauen Schilder Federsee-Rundweg weisen auch hier den Weg durch den Ort.

Eine schöne Pappel-Allee führt bis Seekirch. Nach dem Ort kommt eine längere Asphaltstrecke. Eine kleine Kapelle mit Brunnen und Bänken bietet sich für eine kurze Rast an.

Bei Tiefenbach kann man nach rechts einen kurzen Abstecher zu einem Aussichtspunkt machen, wenn man nun doch endlich mal was vom See sehen möchte. Zurück auf dem Federsee-Rundweg kommt kurz danach ein schöner Waldspielplatz beim Café Seestüble.

Der nächste Ort heisst Oggelshausen. Auf dem Weg dorthin sollte man links das bewaldete „Kliff“ nicht übersehen. Eine der vielen Infotafeln gibt auch darüber Auskunft. Im Ort passiert man das Café ebbes, in dessen Hof es außergewöhnliche Gartendeko zu bewundern gibt. Leider war es ebenfalls geschlossen.

Das letzte Wegstück bis Bad Buchau verläuft parallel zur L 280 auf dem Radweg. Hier wäre ein alternativer Fußweg wünschenswert, aber wir hatten Glück, dass bei diesigem Wetter kaum jemand unterwegs war.

Federseesteg

Federseemuseum mit Pfahlbauten und SteinzeitdorfKurz vor Bad Buchau biegt man rechts ab, geht erneut über eine Brücke und gelangt zum Federseemuseum mit Steinzeitdorf und Pfahlbauten (UNESCO Weltkulturerbe).

Dort erneut rechts, dann kann man sich entscheiden, ob man noch den 1,5 Kilometer langen, 1911 erbauten Steg hinaus wandern möchte. Wer den von einem dichten Schilfgürtel umringten See endlich richtig sehen möchte, sollte dies auf jeden Fall tun. Es gibt immer wieder lauschige Sitzplätze und am Ende freien Blick auf das Wasser und die vielen Wasservögel.

Kommt man zurück, hält man sich rechts und bei der schon bekannten Kreuzung in der Nähe des Wackelwaldes links. Durch den Kurpark kehrt man schließlich zurück zum Parkplatz.

Wer die Runde andersherum geht oder vorher beim NABU Naturschutzzentrum vorbeischaut, kann für Kinder von 4 – 10 einen Naturerkundungs-Rucksack zum Thema Wackelwald ausleihen.

Länge: 21 km (mit Steg), 18 km (ohne Steg)
Dauer: 6-7 h
Anstiege: keine, alles flach
Hinweis: durchgängig kinderwagentauglich

Download albtips-de-Federsee-Rundweg.gpx (.zip)


Wandervorschläge im Landkreis Biberach: (Karte auszoomen)
Blütenwunder im Warmtal (orange)
Blüten, Burg und Bergle rund ums das Warmtal am Südrand der Alb (gelb)
Tour 15: Ittenhausen bei Nacht

Herbstspaziergang bei Bierstetten

Was gibt es Schöneres, als nach einem Herbstspaziergang in die kuschelige Ferienwohnung zurückzukommen? Im Ofen knistert das Holzfeuer und eine wohlige Wärme verwöhnt die erfrischten Gesichter.

Es nieselt. Während der Fahrt über die Schwäbische Alb. Während der Fahrt durch Oberschwaben. Aber uns erwartet eine tolle Ferienwohnung in einem alten Bauernhaus in Bierstetten bei Bad Saulgau und eine ungewöhnliche Gastfreundschaft, die wir schon beim Oberschwaben-Ritt 2014 genießen durften. Der Name Bierstetten hat übrigens nichts mit Bier zu tun, der Ort wurde 1291 erstmals als Büstette erwähnt.

Wir ziehen los zu einem Herbstspaziergang durch Feld und Wald. Das bunte Laub sticht bei dem diesigen Wetter besonders hervor. Unser Ziel ist der Drei-Landkreis-Stein am Zusammentreffen der drei Landkreise Sigmaringen, Biberach und Ravensburg.

Die Luft ist frisch und tut sehr gut. Der Wetterbericht hatte uns noch Hoffnung gemacht, dass gegen Abend die Sonne herauskommt, aber der Hochnebel sitzt zu fest. Wir sind ja nicht so weit vom Bodensee entfernt, wo es im Winterhalbjahr oft trüb ist. Für den nächsten Tag planen wir eine Wanderung auf dem Federsee-Rundweg und am Sonntag besuchten wir zwei oberschwäbische Barockkirchen.

Buchtipp: Allein über die Alb

„Warum wollen Sie dorthin? Das ist doch kurz vor Österreich, da will kein Mensch hin.“ SWR4-Reporter Bertram Schwarz plant eine Reise allein über die Schwäbische Alb von Ost nach West. Nur wo genau soll er beginnen?

Was liegt näher, als in der „Hauptstadt des Ostalbkreises“ nachzufragen. Doch nicht einmal in der Aalener Touristinfo kann man ihm sagen, wo sich das östliche Ende der Schwäbischen Alb befindet. Er hört Namen wie Neresheim, Heubach oder halt auch Bartholomä, wo kein Mensch hin will oder zumindest der Busfahrer nicht.

In „Allein über die Alb“ erzählt Bertram Schwarz von einer bemerkenswerten Reise. Einer Reise, von der viele glauben, man könne sie nur in weit entlegenen Ländern machen. Mit skurrilen Begegnungen, bizarren Erlebnissen und eigensinnigen Menschen, die sich den oft rauen Lebensumständen angepasst haben. Dabei spielt er auch mit den üblichen Klischees über die Schwäbische Alb wie etwa „mit dem Wort Ostalbkreis […], das eher nach erfrorenem Kleinvieh in der Taiga klingt.“

Er erzählt von entlegenen Gegenden, in denen sich Fotografen mit ihren auf Felsen posierenden Nacktmodells unbeobachtet fühlen. Und von trostlosen Ecken beim ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen oder bei der Engstinger Haid, wo man die Worte Albstadl, Atomsprengköpfe und größter Kokain-Fund in einem Atemzug aussprechen kann.

Hauptsächlich erzählt er von Menschen. Menschen, die sich (unausgesprochen) darüber wundern, dass einer wie er mit dem Bus statt mit dem Auto ankommt und offenbar tagsüber nichts zu arbeiten hat. Einer älteren Dame, die SWR4-Moderator Branik Grüße ausrichten lässt, aber auf keinen Fall ins Radio möchte. Einer anderen, die ihn sogar gleich wieder aus dem Auto schmeißt, als er seinen Beruf erwähnt.

Auf seiner Reise erfährt Schwarz aber auch die sagenhafte landschaftliche Schönheit der Schwäbischen Alb. Und er lernt Menschen kennen, die plötzlich auftauen und ihm ihre Geschichten erzählen. Geschichten gegen das Vergessen, Geschichten über die Liebe, Geschichten von einer Künstlerin, die den Leuten „auf’s Maul schaut“ und vielleicht herausgefunden hat, warum die Älbler so wortkarg sind: „Wer net schwätzt, der hot koin Streit.“

Was Bertram Schwarz nicht herausfindet, ist die Antwort auf die Frage, wo denn nun die östlichste Stelle der Schwäbischen Alb ist. Darüber kann man sicherlich mit ihm diskutieren auf einer der nächsten Buchpräsentationen – hier die Termine: www.silberburg.de

Allein über die Alb von Bertram Schwarz

Touristische Broschüren und Reiseführer? Die hat Bertram Schwarz nur als Sitzunterlage bei Kälte benutzt. Der Rundfunkjournalist ist allein über die Schwäbische Alb gezogen, nicht um die Sehenswürdigkeiten, sondern um die Menschen dort kennenzulernen. Und so ist der SWR4-Reporter mit den Älblern ins Gespräch gekommen und hat vieles aus ihrem Leben erfahren. Manchmal haben sie ihn sogar daran teilhaben lassen, wie der Bäcker mit der Jim-Knopf-Frisur. Und zuweilen haben sie ihm die kalte Schulter gezeigt, wie der Busfahrer, der sich geweigert hat, sein fahrplanmäßiges Ziel anzusteuern.
Alles in allem hat Schwarz die Leute auf der Schwäbischen Alb auf eine wunderbare Art erlebt: spontan und ungekünstelt, oft rau und knorrig, dann wieder herzlich – und lebensklug.

Bertram Schwarz
Allein über die Alb
Eine Reisereportage
96 Seiten, 49 Farbfotos, Format 12,5 x 19,5 cm, gebunden
12,90 €
ISBN 978-3-8425-1387-7

Draußen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb: Wandern, Radfahren, Wanderreiten …