Buchtipp: 111 Sehenswürdigkeiten der Schwäbischen Alb

111 Orte auf der Schwäbischen Alb die man gesehen haben mussReutlingen und Tübingen liegen nicht AUF der Alb, sondern davor. Auch von dort muss man erst rauf auf die Alb, um sie in aller Schönheit und Ruhe genießen zu können. Esslingen liegt gleich drei Mal nicht auf der Alb. Auch wenn ein Teil der jeweiligen Landkreise sich bis über den Albtrauf hinauf erstreckt.

Ich gehe mal davon aus, dass die Autorin von 111 Orte auf der Schwäbischen Alb die man gesehen haben muss — die Reutlingerin Barbara Goerlich — das wusste und sich trotzdem entschied, einige Sehenswürdigkeiten der Voralb mit aufzunehmen. Man muss ja ab und zu auch über den Albrand hinaus blicken, der wiederum vor Millionen von Jahren tatsächlich einmal viel weiter nördlich bei Stuttgart verlief. So gesehen passt es ja wieder.

Einheimische mögen glauben, dass sie die meisten der 111 Orte schon zur Genüge gesehen haben — wenn es z.B. um Schloss Hohenzollern, den Blautopf oder das Urweltmuseum in Holzmaden geht.

Aber einerseits kann man über die üblichen Verdächtigen noch Neues erfahren und andererseits weniger bekannte Ausflugsziele neu entdecken. Oder wer hat schon davon gehört, wohin Heisenberg mit dem Fahrrädle getreppelt ist, um mit Einstein Atomversuche im Bierkeller zu planen? Oder wo man eine Kopie der Bronzetür am Florentiner Baptisterium ganz ohne eine mühsame Alpenüberquerung bewundern kann?

Jede der 111 Sehenswürdigkeiten kommt mit Anfahrtsbeschreibung, Öffnungszeiten, Preisen und wird von einem weiteren Tipp begleitet. Jeder davon zeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten zu Erholung und Abenteuer vor Ort sind.

Ich hätte mir zwar gewünscht, dass die Voralb-Tipps den Orten, die tatsächlich auf der Alb liegen, Platz gemacht hätten. Es gibt nämlich mehr als genug davon: Die Sontheimer Höhle – einzigartig, was den Einsatz für den Fledermausschutz angeht. Oder der Klimaweg in Sonnenbühl – der die geologischen und klimatischen Phänomene der Alb auf unvergleichliche Weise aufzeigt. Oder oder oder …

Dennoch ist dieser selektive Ausflugsführer sehr empfehlenswert, sowohl für Baden-Württemberger als auch für interessierte Reigschmeckte und Besucher. Er eignet sich vor allem als Einstieg oder Wiedereinstieg in die Materie – aber man sollte damit nicht aufhören. Es gibt noch so viel mehr zu entdecken!

5 Gedanken zu „Buchtipp: 111 Sehenswürdigkeiten der Schwäbischen Alb“

  1. Hallo Herr Stadler,

    danke für Ihren Hinweis aufs Schneckenpflaster.
    Ich bin die Buchautorin und habe Ihren Kommentar an das Hauptamt der Gemeinde Ofterdingen weitergeleitet. Am Abgang zum Schneckenpfaster steht ein Hinweisschild, das aber offenbar immer wieder beschädigt wird. Zugegeben, es hat ein bisschen was von „Survival“ dort runterzuklettern und die versteinerten Schnecken zu (be-)suchen. Aber es lohnt sich findet MfG Barbara Goerlich

  2. Ich war leider selbst noch nicht dort, obwohl ich immer mal dort hingehen wollte. Danke für die Info, ich werde sie an den Verlag weiterleiten.

  3. Zum Ausflugstipp in Ihrem Buch Nr. 73 „Schneckenpflaster Ofterdingen“
    . . . wirklich nicht lohnendswert zu besuchen, vor allem wenn man einen längere Anfahrt hat :
    . . . Standortanzeige – keine gesehen, daher erfragt
    , , , keine Parkmöglichkeit
    , , , keine Ruhebänke ,. . .schlechte Einsicht wegen hohem und ungepflegtem
    Uferbewuchs . . .alte marode Treppenabgänge . . . eigentich schade !!!!!!

  4. Ich finde das Buch wirklich sehr interessant, vor allem weil tatsächlich auch weniger Bekanntes darin vorkommt. Über die Wahl der 111 schönsten Orte wird man sich wohl nie mit jedem einig werden 😉

  5. Vielen Dank für die informative Kritik. Sie haben mein Buch wirklich genau studiert. Danke.
    MFG
    Barbara Goerlich

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