Sanfte Wiesen und Täler, felsige Nischen, die Weite der Albhochfläche
Sonntag, 26. Juni 2011, von: albträuflerEin langes Tal, Albhochfläche so weit das Auge reicht, ein tiefer Taleinschnitt mit Höhlen und Felsen, ein knackiger Anstieg zu einem abgelegenen Felsausguck und eine der größten Wacholderheiden der Schwäbischen Alb – so könnte man diese große Runde zusammenfassen.
Schon die Anfahrt zum Wanderparkplatz Hayinger Brücke auf der Verbindungsstraße (HW2) von Hayingen nach Aichstetten ist ein Highlight – sie führt über die ausgedehnte Wacholderheide Digelfeld, welche wir am Ende unserer Wanderung erkunden werden.
Vom Parkplatz aus überquert man die Straße und biegt nach links in das langgezogene Tiefental ein. Kaum merklich steigt die Talsohle auf gut 5 km von ca. 610 m.ü.N.N. auf 670 m.ü.N.N. an (Wegzeichen Gelbe Raute). Im unteren Teil befinden sich links und rechts Kernzonen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb, im oberen Teil lichtet sich der Wald, über den noch immer blühenden Wiesen zeigen sich typische Kalkfelsen (Grillstelle vorhanden).
An der Kreuzung mit der K6747 hat man die Wahl, weiter geradeaus ins Lehrtal zu gehen und den dortigen Phänopfad zu erkunden. Nicht vergessen, die Broschüre am Automaten für 4 Euro zu kaufen, denn sonst bleibt das Geheimnis vieler Phänomene leider im Dunkeln. Wer alle Stationen genau unter die Lupe nehmen möchte, sollte entsprechend viel Zeit einplanen, z.B. für ein Kräftemessen beim Steineheben mit und ohne Flaschenzug, für ein Spiel auf der Waldkegelbahn oder beim Blick zum Mittelpunkt der Erde.
Wer sich den Erlebnispfad für einen gesonderten Ausflug aufheben möchte, biegt stattdessen nach links auf die K6747 in Richtung Aichstetten ab. Bis zum Erreichen der Albhochfläche geht es nun für ca. 650 m auf Asphalt weiter (auf allen überprüften Alternativen stand derzeit das Gras sehr hoch).
In einer großen Linkskurve biegen wir direkt am Waldrand (ca. 720 m.ü.N.N.) nach links ab und folgen einem halbwegs gepflegten Wiesenweg ein kurzes Stück durch den Wald, dann am linken Waldrand entlang und weiter über die Wiese (immer auf dem einzig erkennbaren Weg geradeaus). Nachdem wir die dritte Bauminsel rechts haben liegen lassen, geht der (gerade noch sichtbare) Wiesenweg ein paar Meter nach halblinks Richtung Waldrand und biegt dann leicht hügelaufwärts nach rechts in Richtung eines kleinen Waldstücks ab, welches wir links liegen lassen.
Wir treffen auf ein Sträßchen, biegen links ab, gehen an einer langen Scheune vorbei und wenden uns direkt vor dem nächsten Waldstück (ca. 740 m.ü.N.N.) nach rechts auf einen Wiesenweg hinab zur wenig befahrenen Verbindungsstraße (Marktweg). Dort gehen wir links und treten für ca. 1,8 km Asphalt. Mögliche Alternativrouten (außer zurück durch das Tiefental und dann rechts hinauf) wären sehr viel länger, da sich sämtliche Wald- und Feldwege in dieser Gegend im Nichts zu verlieren scheinen.
Im Wald geht es nach rechts und kurz vor dem Freizeitheim St. Georgenhof (ca. 720 m.ü.N.N.) nach links. Durch die Gebäude hindurch folgt man dem Weg bis zum Waldrand, wo man erneut rechts abbiegt. Nach einer Linkskurve führt der Waldweg stetig hinab durch die Rauhhalde – übrigens laut Karte der einzige erlaubte Weg durch diese Kernzone im Biosphärengebiet Schwäbische Alb.
Nach einem langen Abstieg erreichen wir das Glastal (ca. 570 m.ü.N.N.) auf Höhe der Bärenhöhle und folgen diesem nach rechts ein Stück talabwärts. Dabei passieren wir die Glashöhle und sehen einen großen Fels vor uns, von dem wir uns kaum vorstellen können, bald oberhalb zu stehen.
Nach knapp 400 m biegt halblinks ein sehr schmaler, nur anfänglich etwas zugewachsener Pfad ab, der in vielen kleinen Serpentinen steil bergauf führt. Wer fast auf allen Vieren hinaufkeucht, verpasst zumindest nicht die botanischen Schätze, die sich dort am Waldboden verbergen. Wem der Weg zu steil scheint, kann auf das Schweiftal weiter unten ausweichen oder aber gleich bei Erreichen des Glastals (s.o.) nach links abbiegen, von dort ist es nur 1 km bis zum Ausgangspunkt.
Oben gelangt man zu einem Aussichtspunkt (718 m.ü.N.N.) oberhalb des 120 m hohen Felsens Lämmerstein (mit Gipfelkreuz). Rundherum sieht man nur Wald und Taleinschnitte, ein wunderbar ruhiger Ort für eine wohlverdiente Pause.
Vom Fels weg (ab hier Wegzeichen Rote Gabel) nimmt man den am meisten ausgetretenen Pfad in den Wald und geradeaus über eine Kreuzung auf einen schmalen Pfad, der bald schon wieder breiter wird und leicht bergab führt. Nach Waldaustritt geht man nach links und durch eine Rechtskurve über eine schöne Blumenwiese.
Die erste Linksabzweigung führt zur anfangs erwähnten Verbindungsstraße (HW2), die man nun überquert und ein paar Holzstufen zum parallel verlaufenden Feldweg hinauf steigt, danach links. Der vorgegebene Weg durch das Naturschutzgebiet geleitet nach einer Rechtskurve auf verschiedenen Wiesenwegen sanft hinab über das Digelfeld mit seinen teils hochgewachsenen, teils am Boden kriechenden Wacholderbüschen sowie mit jahreszeitlich ganz unterschiedlichen Blüten.
Kurz vor der Rückkehr zur Hayinger Brücke befindet sich im Sommer ein übles Bremsenloch, dort also am besten schnell hindurch.
Länge: ca. 18 km (ohne Phänopfad/Lehrtal)
Dauer: ca. 5 h (ohne Phänopfad/Lehrtal)
Anstiege: sehr steil und schmal hinauf zum Lämmerstein (gutes Schuhwerk!)
Wer diesen anstrengenden Anstieg nicht erst im letzten Teil der Wanderung machen möchte, kann die Runde alternativ auch am Parkplatz beim Lehrtal (K6747) beginnen. Dennoch halte ich das Tiefental als Beginn und das Digelfeld als Abschluss der Tour für die schönste Variante.
Phänopfad: ca. 3 km hin und zurück (Teilstück im Lehrtal, der gesamte Phänopfad ist länger)
Broschüre: 4 € (aus Automaten z.B. am Beginn des Lehrtals erhältlich)
» Download albtips-de-Tiefental-Laemmerstein-Digelfeld.gpx (.zip)
Man umrundet die Hütte und folgt weiter dem Pfad, der am Hang langsam abwärts führt. Trifft man auf den Schotterweg, folgt man diesem ein kurzes Stück nach links. Kurz vor einer Linkskurve mit Bänkle geht ein Pfad nach rechts unten ab. Links Wiese, rechts Wald erreicht man bald einen alten Fußballplatz, auf dem derzeit einige Orchideen blühen.